Eigentlich ganz geschickt – direkt mit Windows-Bordmitteln lassen sich über die Kommandozeile Nachrichten an andere Computer verschicken. Weniger schön ist, dass das Spielchen, das in Rechnerpools bei unerfahrenen Nutzern ganz witzig ist, immer mehr von Spammern verwendet wird. AOL will diesen jetzt einen Riegel vorschieben – und beendet ungefragt einen Windows-Systemdienst.
Per Software-Update wird die AOL Software so konfiguriert, dass sie den Rechner des Benutzers genauestens unter die Lupe nimmt, sobald dieser sich einloggt. Ist der Windows-Nachrichtendienst aktiviert, so wird er kurzerhand beendet – und der Nutzer ist vor weiteren nervigen PopUps geschützt.
20 Millionen Nutzer sind betroffen
Wie Andrew Weinstein, ein US-Sprecher von AOL, der
PC World mitteilte, hätte es in der Vergangenheit große Beschwerden über die aufblinkenden Fenster des Windows-Nachrichtendienstes gegeben, die sich natürlich vom AOL-PopUp-Blocker nicht verhindern ließen. Man habe sich daher kurzer Hand entschlossen, den Nachrichtendienst zu beenden – seit rund zwei Wochen laufe die Aktion. Bisher seien rund 15 Millionen AOL Nutzer betroffen, 5 Millionen weitere Nutzer stünden noch aus.
Für AOL hätte es laut Weinstein keine ethischen Grundsatzdiskussionen über die Abschaltung des Dienstes gegeben – er behindere die korrekte Funktion der AOL Software. Fraglich bleibt jedoch, ob eine Software einen Windows-Dienst einfach beenden darf – vielleicht wäre die bessere Methode die der Aufklärung gewesen. Würde jeder Nutzer wissen, wo er den fragwürdigen Dienst deaktivieren kann, so könnte er selbst entscheiden, ob er dies tun will – und müsste sich nicht auf die AOL-Software verlassen.