Lokale Funknetze (WLAN) sind nach Einschätzung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post keine Konkurrenz für die im Aufbau befindlichen UMTS-Mobilfunkangebote. Zu diesem Schluss sei die Behörde nach eingehender Analyse gekommen, erklärte Präsident Matthias Kurth am Mittwoch bei der Vorlage des Jahresberichts der Behörde in Bonn.
Er betonte, dass Wireless Local Area Networks (WLAN) nicht als flächendeckende Netze, "sondern bestenfalls punktuelle Lösungen für so genannte Hot Spots" in Hotels, Restaurants, Bahnhöfen oder Flughafengebäuden konzipiert seien. Sie könnten damit nur vergleichsweise kleine Gebiete im Umkreis von 40 bis 100 Metern versorgen. Im Gegensatz zum flächendeckend angelegten UMTS-Netz sei damit für den Nutzer eine Mobilität "kaum gegeben".
Kurth trat damit indirekt in der Branche immer wieder geäußerten Vermutungen entgegen, die im Sommer 2000 für Milliardenbeträge eingekauften UMTS-Lizenzen könnten sich wegen besserer Alternativtechniken als Fehlinvestition erweisen. Dabei wird regelmäßig auf die deutlich höhere Geschwindigkeit der WLAN-Netze verwiesen, aber auch darauf, dass sich die WLAN-Netze zumindest in Ballungsräumen zusammenschalten lassen, um zusammen eine größere Empfangsfläche abzudecken.
Kurth zufolge gab es Ende 2003 deutschlandweit bereits 1200 öffentlich zugängliche Hot Spots. Nach Planungen der Anbieter sei davon auszugehen, dass sich die Zahl bis zum Jahresende auf 8000 kommerzielle Sendestellen erhöhen werde, erklärte der Chef der Regulierungsbörde. "Im Jahr 2005 könnte sich die Zahl noch einmal verdoppeln." Kurth verwies dabei auch auf eine Vorhersage des Beraterunternehmens Berlecon Research, das für 2005 von 3,2 Millionen Nutzern der WLAN-Technik ausgeht.
Peter Giesecke
/ afp