Selbst Kopfgeld von insgesamt einer halben Million US-Dollar hat bisher keine Rettung gebracht - der bislang gefährlichste Computerwurm Mydoom hat ungestört ganze Arbeit geleistet. Nachdem die Server der US-Firma SCO wie vom Mydoom-Urheber geplant am Wochenende unter einer Attacke sinnloser Anfragen zusammengebrochen sind, hat eine neue Variante des Wurms nun die weltgrößte Softwarefirma Microsoft im Visier.
Der Vizepräsident von Microsoft, Brad Smith, lobte daraufhin am Firmensitz in Redmond im US-Bundesstaat Washington - wie schon zuvor die SCO Group in Lindon im US-Bundesstaat Utah - eine Viertel Million US-Dollar für Hinweise auf den Urheber des Computerwurms aus, der sich über die E-Mail-Systeme verbreitet. Die Hoffnungen, dem Angriff wirksam zu entgegnen, sind indes gering.
SCO-Direktor Jeff Carlon bestätigte, dass ein massiver so genannter Denial of Service-Angriff die Firmenwebsite lahmlegte, so dass sie im Internet nicht mehr erreichbar ist. Die SCO-Webseite wird derzeit von weltweit hunderttausenden infizierten Computern mit einer derartig großen Anzahl von Anfragen überflutet, dass sie die Kapazität der Server weit übersteigt.
SCO erwartet, dass die Attacke wie im Quelltext von MyDoom festgelegt erst am 12. Februar enden wird. Inzwischen werden Klicks auf die SCO-Site von den zentralen Dynamic Name Servern (DNS), die eine Anfrage zur gesuchten Website weiterleiten, nicht mehr bearbeitet.
In Geduld üben müssen wird sich wohl auch Microsoft, bis alles vorüber ist, denn weltweit wurden Millionen infizierter E-Mails verbreitet. Alle infizierten Rechner starten im Hintergrund unbemerkt Attacken auf SCO und in einigen Tagen auch auf Microsoft.