Regierungen, Unternehmen und Verbraucher sollen nach den Vorstellungen der EU-Kommission künftig wirkungsvoller gegen Spam vorgehen. Ende vergangenen Jahres seien Schätzungen zufolge bereits 52 Prozent aller E-Mails in der EU Spam-Sendungen gewesen, begründete der zuständige EU-Kommissar Erkki Liikanen in Brüssel einen entsprechenden Vorstoß seiner Behörde.
"Vor drei Jahren dachte man noch, das Problem löst sich von ganz allein," so der finnische Kommissar: "Heute gibt es niemanden mehr, der es noch wagen würde so etwas zu sagen."
Spam ist nach Ansicht der Kommission aus vielen Gründen ein ernst zu nehmendes Problem: Die Privatsphäre der E-Mail-Nutzer werde verletzt, Verbraucher würden häufig getäuscht und zum Teil gehe es auch um den Schutz von Minderjährigen, wenn über das elektronische Postfach etwa pornografische Inhalte verteilt würden.
Durch die massive Zunahme der Spam-Sendungen müssten die Netzbetreiber die Kapazitäten erhöhen, was zu mehr Kosten führe. Am Arbeitsplatz und zuhause müssten die Empfänger viel Zeit dafür aufwenden, um die Spams wieder zu löschen. Letztlich zahlten damit die Verbraucher für die unerwünschte Werbung selbst.