Die sehr umstrittene und rechtlich falsche "Raubkopierer sind Verbrecher"-Kampagne der Filmindustrie wird verstärkt.
Neues Plakat
Auf 800 Millionen Euro schätzt die Filmindustrie allein in Deutschland den Verlust durch Raubkopien, wobei in erster Linie Videotheken betroffen sind. Recht merkwürdig, denn in Zeiten von DVD-Brennern dürfte man meinen, dass die Zahl der ausgeliehenen DVDs zum anfertigen von Kopien steigt.
Zur weiteren Etablierung eines Unrechtsbewusstseins wird die Kampagne "Hart aber gerecht" weiter verstärkt. Ein neues Plakat zeigt beispielsweise einen Sträfling und meint scherzhaft, dass dies für Raubkopierer bald die einzigen Streifen seien.
Durchsuchungen unterstützen
Gleichzeitig gab die Branchenvereinigung ZKM an, dass derzeit in Deutschland pro Woche etwa 40 verdächtige Personen durchsucht werden, bei denen man Raubkopien von Filmen vermutet. Ein großer Schritt, denn bislang gehen viele Kopierer davon aus, dass sie nicht erwischt werden können.
Allerdings stellt sich weiterhin die Frage, ob die Kampagne gerechtfertigt ist. Wer im Kino sitzt und sich auf einen Film freut, für den er bezahlt hat, der möchte keine Werbung sehen, in der pauschel eine sehr große Gruppe als Verbrecher dargestellt wird, obgleich es sich dabei lediglich um ein Vergehen handelt.
Alexander Moritz