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Freitag, 12.12.2003 10:29

209 Mio. Euro Provision für den Verkauf von AOL Europe

aus den Bereichen Breitband, ISDN/Analog
Der Bertelsmann-Konzern hat einen US-Prozess um die Entschädigung von zwei Ex-Managern verloren und muss diesen nun möglicherweise mehrere hundert Millionen Dollar zahlen. Eine Jury in Santa Barbara befand Bertelsmann des Vertragsbruchs für schuldig, wie die Anwälte der beiden Kläger Jan Henric Buettner und Andreas von Blottnitz mitteilten. Beide hatten einen Anteil an den fast sieben Milliarden Dollar Erlös gefordert, die Bertelsmann 2000 für den Verkauf seiner Anteile an AOL Europe an AOL Time Warner bekommen hatte.

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Nach Angaben von Kläger-Anwalt Bill Price würden jedem seiner Mandanten nach dem Spruch der Geschworenen umgerechnet mindestens 104,6 Millionen Euro zugesprochen, so dass Bertelsmann in jedem Fall zur Zahlung von 209 Millionen Euro verpflichtet wäre. Allerdings könne die Jury auch so verstanden werden, dass jeder der Kläger für jeden der vier Anklagepunkte 104,6 Millionen Euro bekommen sollte, sagte er. Dann ergäbe sich eine Gesamtsumme von 837 Millionen Euro. Die endgültige Entschädigungssumme muss nun vom Richter festgesetzt werden.

"Wir sind in jedem Fall glücklich", sagte Price. Die Geschworenen hätten festgestellt, dass Bertelsmann ohne die Vorarbeit seiner Mandanten nicht in das Online-Geschäft hätte einsteigen können. "Sie waren die Brücke für Bertelsmann, um das Joint Venture mit AOL Europe einzugehen." Buettner und Blottnitz hätten das notwendige Expertenwissen beigesteuert. Price sagte, mit einer Entscheidung des Richters rechne er in den kommenden Wochen. Der damalige Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff hatte angeblich einen Anteil an dem Erlös versprochen.
Peter Giesecke / afp
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