Skepsis bei Esso
Pragmatisch gab er auf die Frage nach der von Handys ausgehenden Gefahr zu: „Bisher habe ich noch nicht erlebt, dass etwas passiert ist.“ Bisher, das sind immerhin 20 Jahre Berufserfahrung. Und solange nichts passiert, muss man sich ja auch keine Sorgen machen. Eine sehr positive Lebenseinstellung. Solche Leute werden von Atomkraftwerken und Waffenherstellern händeringend gesucht.
Dennoch, auch bei Esso sind die Mitarbeiter angehalten, die Kunden vom Telefonieren abzuhalten: „Manche sehen das allerdings nicht ein und telefonieren einfach weiter.“ Die Kunden von Esso haben also auch revolutionäre Züge und nehmen nicht jedes Gebot als gegeben hin. „Die Ermahnung wird selten befolgt.“
Rüge vom Chef
Ein dicker Hund ist allerdings die Haltung des Pächters, der rügt nämlich seine Mitarbeiter für richtiges Verhalten: „Der Chef macht Ärger, wenn man Stammkunden vom Telefonieren abhält!“ Und das, obwohl es laut Aussagen eines Esso-Sprechers eine Konzernweite Richtlinie gibt, die es den Tankwarten vorschreibt, auf die Einhaltung des Handy-Verbotes zu achten.
Der Tankwart-Test macht eines deutlich: Zwar gibt es konzernweite Richtlinien zur Einhaltung der Handyverbote, im Endeffekt liegt es aber am Pächter und Kunden, ob die Regel eingehalten wird. Viele Kunden sträuben sich gegen das Verbot und sogar die Pächter, wie gesehen bei Esso, scheinen nicht viel darum zu geben. Im Endeffekt herrscht aber Nachholbedarf bei allen Konzernen.