Die deutsche Phonoindustrie geht verschärft gegen Computerprogramme zum Kopieren geschützter Tonträger vor. In den vergangenen Wochen seien mehr als hundert Anbieter solcher Programme im Internet ermittelt worden, darunter auch Computerzeitschriften und Elektronikhändler, erklärte der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt, in Berlin. Die Betroffenen erhielten nun kostenpflichtige Abmahnungen, beim Landgericht München sei auch eine Einstweilige Verfügung gegen einen Anbieter erwirkt worden.
"Das Angebot von Software zum Knacken eines Kopierschutzes ist verboten, und wer dagegen verstößt, bekommt Ärger", erklärte Gebhardt. Die Mitgliedsfirmen der Deutschen Landesgruppe der International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) beauftragten eine auf Pirateriebekämpfung spezialisierte Anwaltskanzlei mit den Ermittlungen. "Wir werden das neue Urheberrecht in der Praxis durchsetzen", erklärte Gebhardt.
Das novellierte Urheberrechtsgesetz ist seit Mitte September in Kraft. Es verbietet die Umgehung von Kopierschutzsystemen bei CDs und DVDs und auch das Angebot entsprechender Software. Auch der Musiktausch per Internet ist verboten, nicht jedoch das Kopieren ungeschützter Tonträger für den privaten Gebrauch.
Peter Giesecke
/ afp