Radioverbot an Tankstellen? Fehlanzeige!
Und siehe da: Sony schreibt in seiner Anleitung zu einem Autoradio ebenfalls, dass man es nicht an der Tankstelle benutzen soll. Genau wie Siemens über seine Handys. Aber ein Autoradio-Verbotsschild sucht man an der Tankstelle vergebens. Ebenso würde wahrscheinlich jedem ein Vogel gezeigt, der darauf bestünde, das Radio an der Tanke auszumachen.
Ein weiterer Faktor ist die Stromstärke. Je mehr Ampere eine Batterie leistet, desto größere Funken kann sie bei einem Kurzschluss erzeugen. So gesehen bürgt also eine Autobatterie ein weit höheres Risiko als der Handy-Akku. Und mit der Verwendung von Autobatterien und Starterkabeln an der Tankstelle hat eigentlich niemand ein Problem.
Gefährlicher Funke
Dennoch: Fällt ein Handy herunter, so dass der Akku herausspringt, kann es durchaus passieren, dass Auto und Zapfsäule im wahrsten Sinne des Wortes zur Hölle gehen. Mit dem Elektrosmog, der so genannten elektro-magnetischen Emission hat das aber nichts zu tun, auch wenn Legende und Ökos das gerne erzählen. Da zündet eher das Streichholz in der Tasche. Und das ist auch nicht verboten.
So gesehen sind Handys für die Brandgefahr an Tankstellen kein nennenswerter Faktor. Eine Untersuchung des amerikanischen Petroleum Equipment Institute ergab, dass in 150 Fällen von Bränden an Tankstellen nicht einer auf ein Handy zurückzuführen war. Vielmehr war die Ursache größtenteils eine elektrostatische Entladung, wie sie im Alltag häufig auftritt.