Mit Anzeigen und Werbespots unter dem Motto "Raubkopierer sind Verbrecher" versucht die Filmindustrie die deutschen Raubkopierer zu erreichen.
Herr der Ringe
Gebeutelt von der zunehmenden Zahl an Raubkopien sowohl über das Internet als auch in zunehmendem Maße dank des Preisverfalls von DVD-Brennern über Kopien von Leih-DVDs sieht sich die deutsche Filmindustrie gezwungen, mit einer Werbekampagne gegen den Trend vorzugehen.
Das Motto der Kampagne ist dabei als sehr hart zu bezeichnen, Raubkopierer werden als Verbrecher bezeichnet. Die Kampagne soll verdeutlichen, dass das Kopieren ein Gesetzesverstoß ist, daher zeigt ein Plakat mit dem Titel "Herr der Ringe" eine offenbar relativ junge Person in Handschellen.
Fahndungsfotos und Gefängnis
Ein anderes Plakat führt angeblich typische Raubkopierer auf Fahndungsfotos auf. Und auch ein Gefängnismotiv ist zu finden, mit dem ironischen Spruch "wir freuen uns auf euch". Und besonders eklig ist ein Werbespot, der auf die analen Vergewaltigungen in Gefängnissen mit einem sich die Brustwarzen reibenden Gefangenen hinweist, der den "Arsch" des Raubkopierers "geil" findet.
Die Filmindustrie knüpft somit an die Grundlagen Hollywoods an - sie setzt nicht auf Köpfchen, sondern versucht den Raubkopierer mit Bildern zu schockieren. Dabei wirkt die Schockwerbung geradezu albern und abstoßend, zumal es sich beim Raubkopieren um ein Vergehen und nicht um ein Verbrechen handelt - die Gemeinde der Raubkopierer als Verbrecher zu bezeichnen, ist da schon ein starkes Stück und dürfte der Filmindustrie nicht gut stehen.
Alexander Moritz