Für Nutzer von DVD-Minus-Laufwerken brechen bald rosige Zeiten an. Die Preise für DVD-R-Medien werden ab 2004 kräftig nach unten rutschen. Bereits in den nächsten Monaten ist mit einer Senkung der Stückpreise in großem Umfang zu rechnen.
Grund dafür ist die starke Anhebung der Produktionskapazität bei den drei größten Herstellern von DVD-R-Rohlingen. Da der Großteil der hergestellten Rohlinge aus den Werken dieser Produzenten stammen, wird die Erhöhung des Ausstoßes ausschlaggebend für die Preisentwicklung sein. Denn der Bedarf für die Rohlinge wird sich nach internen Berechnungen verfünffachen.
CMC Magnetics wird die Zahl der hergestellten Medien von 24 Millionen im November auf 30 Millionen Stück im Dezember erhöhen. In den folgenden 13 Monaten soll sie bis auf 60 Millionen Stück ansteigen. Bei Ritek ist zunächst ein Zuwachs von 5 Millionen Rohlingen auf dann 20 Millionen Stück pro Monat geplant. Diese Zahl soll dann auf 30-35 Millionen erhöht werden. Ähnlich sieht es bei Prodisk aus. Die hergestellte Menge soll von aktuell 10 Millionen Stück im November bis Ende 2004 auf 20-30 Millionen DVD-R-Rohlingen steigen. Damit wird der Markt nicht nur einen starken Zuwachs an DVD-Recordern erfahren, sondern die Preise werden wegen den immensen Stückzahlen und den damit verbundenen geringeren Produktionskosten auch weiter nach unten rutschen. Die Marktpreise von CD- und DVD-Rohlingen werden sich demnach weiter angleichen und schätzungsweise zwischen 60 Eurocent (NoName) und 1 Euro (Marke) einpendeln.
Etwas anders sieht es bei DVD+R-Medien aus. Dieser Standard ist außerhalb von Taiwan weniger stark verbreitet. Das Konsortium um Philips hat seit jeher mit höheren Marktpreisen zu kämpfen, obwohl die Produktionskosten im Vergleich zu DVD-Minus nicht höher sind. Die Massenfertigung in taiwanesischen und chinesischen Produktionsstätten ist noch nicht auf dem Output der DVD-Minus-Fertigung. Da DVD-Plus außerhalb Asiens an Bedeutung gewinnt, wird die Preisentwicklung mit geringer Verzögerung auch hier bald spürbar sein. Bei reinen Markenrohlingen ist jetzt schon ein Gleichstand im Preis erreicht, da die Medien nicht aus den Massenfertigungen von CMC & Co stammen, sondern unter höherer Qualitätskontrolle und besserer Rohstoffauswahl stehen. Die Produktionsunterschiede sind bei der Markenfertigung geringer und die Preisdifferenz ebenso.
Thomas Köhre