T-Online und AOL: Beide Möchtegern-Giganten sind mittlerweile leicht abgehalftert. Aber es gibt zwei Dimensionen: die große weite Welt und das kleine kalte Deutschland. - AOL schien in den USA unschlagbar zu sein. 40 Millionen Kunden weltweit, von ihnen sind gerade einmal 25 Millionen geblieben; offensichtlich hatten einige Kunden zu viele verschiedene AOL-CDs eingelegt.
Mit einem Handstreich könnte T-Online im riesigen US-Markt Fuß fassen. Auf diese Weise ist die Telekom bereits bei der Übernahme des US-Mobilfunkers Voicestream verfahren. Und das europäische Modell
T-Mobile + T-Online = T-Zones ließe sich auch auf die USA übertragen. Abwegig wäre ein Interesse von T-Online am Einstieg in den US-Markt also nicht.
AOL Deutschland der Dumme?
Dementi hin, Dementi her. AOL Deutschland steht wieder einmal in der Ecke. Käme es zu einer Übernahme, müsste AOL Deutschland wohl aus kartellrechtlichen Gründen verkauft werden. Die Konkurrenz von T-Online würde dies nicht unbedingt schwächen. Im Gegenteil, schon einmal wurde über eine Fusion von freenet.de und AOL spekuliert. Beide sind derzeit Nummer zwei und drei im deutschen Markt.
Ohne Übernahme bliebe AOL allerdings eine verschmähte Braut und würde so langsam aber sicher zur altern Jungfer. Die aktuelle Marketing-Kampagne mit Rüdiger Hoffmann, der von sich behauptet
Ich bin jung, ich kann warten. würde sich auf eine eher tragische Weise bewahrheiten. Herr Hoffmann ist mit knapp 40 auch nicht mehr der Jüngste.
Peter Giesecke