Dienstag, 21.10.2003 17:48

Kazaa: Downloads bald kostenpflichtig?

aus dem Bereich Computer
Der Betreiber der erfolgreichsten Tauschbörse Kazaa, Sharman Networks, hat dem CD/DVD-Magazin CDFreaks.com zufolge Pläne, aus der beliebten Tauschbörse einen Zahl-Dienst zu machen. Mit der "Distributed Computing Industry Association" (DCIA) wurde eine Vereinigung verschiedener Tauschbörsen gegründet, die sich für den kommerziellen Einsatz von P2P-Netzen einsetzt - und Sharman Networks steckt mit drin.

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Man schmeichelt der Musikindustrie

Dieser Vorschlag wurde laut CDFreaks.com auch den größeren Plattenlabels vorgetragen, wobei eine Antwort bislang ausblieb. Sharman Networks betont, dass fünf Millionen Benutzer jederzeit im Netz sind. Der Präsident der Distributed Computing Industry Association, Marty Lafferty, wies darauf hin, dass das Benutzerpotenzial vorhandener Tauschbörsen zum Verkauf von lizensierter Musik genutzt werden sollte - man ginge dorthin, "wo die Konsumenten sind".

Bei Sharman Networks stellt man sich das kostenpflichtige Modell wie folgt vor: Die Downloads in der Tauschbörse sollen durch einen integrierten Zahlmechanismus zunächst direkt über Kreditkarte, später angeblich auch über die Rechnung des Providers abgerechnet werden. Hier kommt die DCIA ins Spiel. Sie will Provider im Rahmen eines dreistufigen Business Models zur Erhebung einer monatlichen Grundgebühr für P2P-Downloads sowie zur Installation von Techniken zur Identifikation von urheberrechtlich geschützten Musikstücken bringen - und 900 Millionen US-Dollar monatlich einnehmen.

Kommentar: P2P ganz legal - nicht egal!

In Zeiten von Apples erfolgreichem Musikservice iTunes, dem kommenden Start vom neuen und bezahlten Napster und dem zunehmenden Druck der Plattenfirmen kommen solche Vorschläge nicht von ungefähr. Bezahlte P2P-Downloads werden Anwendern wenig Vorteile bringen, da die Qualität und Verfügbarkeit die selbe wie bei anderen kostenpflichtigen Musikdiensten wäre. Auch möchten die Plattenlabels die Verfügbarkeit ihrer Titel weiterhin regional begrenzen. DRM-Checks auf Providerebene sind für digitale Musikdownloads nicht notwendig.
Matthias-Emanuel Thömmes
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