Der zahlungspflichtige Musikdienst "Apple Music Store" hat binnen von vier Tagen bereits eine Million Musikstücke an Windows-Anwender verkauft. Seit Donnerstag ist das Programm 'iTunes' für Windows erhältlich und konnte auf dieser seinen Erfolg noch rascher wiederholen; nach dem Start auf dem Mac brauchte der Dienst eine ganze Woche, um diesen Erfolg
zu verzeichnen.
iTunes: dieselben Funktionen für Windows
iTunes ermöglicht den Anwendern den Zugriff auf einen Musikkatalog, die laut Apple bis Ende Oktober 40.000 Songs von über 200 Plattenlabels enthalten wird. Der Download einzelner Songs kostet den Anwender 99 US-Cent (etwa 85 Eurocent), diese dürfen bis zu 10-mal gebrannt werden. Darüber hinaus ermöglicht iTunes die Verwaltung von Musikstücken, den Zugriff auf Radiostationen im Internet und verfügt über einen kompletten Audioplayer.
Microsoft nimmt gegenüber Apples iTunes eine kritische Haltung ein. In einem Frage-und-Antwort-Dokument verwies der Konzern auf die Limitiertheit des Dienstes: iTunes erlaubt lediglich den Zugriff auf Apples eigenen Musikservice und kennt neben dem mobilen MP3-Spieler iPod keine weiteren Abspielgeräte. Deshalb sei iTunes "
zu limitiert für Windows-Anwender"; die Windows Media-Plattform biete mit freier Auswahl des Musikdienstes sowie der Abspiel-Hardware dem Anwender mehr.
Nur für amerikanische Anwender
Anwender aus Europa können derzeit keine Musikstücke mit iTunes kaufen, da Apple die hiesigen Vertriebsrechte nicht hat. Da bleiben nur noch die 30 Sekunden Vorschau im Musikkatalog. Mit Musikverwaltung, Player und Online-Radio macht sich iTunes auch unter Windows nicht schlecht - jedoch ist die Auswahl an Medienplayern unter Windows bereits groß genug. Als Anregung zum Kauf von Musik ist der gut sortiere Online-Shop hilfreich, der Erfolg in den USA lässt außerdem auf eine Markterschließung in Europa hoffen.
Matthias-Emanuel Thömmes