Die Änderung der Berechnungsgrundlage in Bezug auf die DSL-Vorleistung könnte -
wie bereits berichtet - Preiserhöhungen für den Endkunden nach sich ziehen.
Erhöhung der DSL-Tarife droht
Auch die Telefónica Deutschland GmbH (einst mediaWays), über deren Backbone viele der "Discount"-DSL-Flatrates realisiert werden, meldet sich nun zu Wort. Mit dem Beschluss der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP), in dem ab 01.12.2003 prinzipiell der Einführung einer zusätzlichen nutzungsabhängigen Komponente der Telekom für die Weiterführung breitbandigen Internetverkehrs via
ZISP an ihre Wettbewerber stattgegeben wurde, droht nunmehr mittelbar eine Erhöhung der DSL-Tarife, so Telefónica.
Einkaufskosten steigen --> Endkundenpreise höher
Die DTAG nutze in diesem Zusammenhang ihre Marktmacht im DSL Endkundenbereich (94%) aus und oktroyiert Infrastruktur-Wettbewerbern, die den breitbandigen Internetverkehr der DSL-Kunden an andere Internet Service Provider (ISP) weiterführen, eine zusätzliche Preiskomponente auf, welche zu einer signifikanten Erhöhung der Einkaufskosten gegenüber der derzeitigen Situation führe. Die höheren Einkaufskosten können die - zum Teil auch sehr kleinen - ISPs nicht absorbieren und werden sich voraussichtlich gezwungen sehen, die höheren Einkaufskosten an die Endkunden weiterzugeben.
Noch mehr Monopolisierung?
Hieraus resultiere ein zusätzlicher Wettbewerbsvorteil für den Marktführer T-Online, für den die DTAG eine vergleichbare Preiserhöhung wie für die Wettbewerber bisher nicht angekündigt hat. Sollten die DTAG-eigenen Zuführungsprodukte nicht gleichermaßen angepasst werden, würden sich die ISPs gezwungen sehen, sich den Verkehr wieder direkt von der DTAG zuführen zu lassen. Dadurch drohen nach dem Endkundenbereich in einer weiteren Marktstufe für Infrastruktur der Wettbewerb ausgeschlossen zu werden und somit insgesamt monopolistische Strukturen in dem zukunftsträchtigen breitbandigen Internetbereich.
Tobias Capangil