Donnerstag, 25.09.2003 16:43

Kazaa: Musikindustrie wegen Urheberrechtsverletzung verklagt

aus den Bereichen Sonstiges, Computer
Der Kazaa-Betreiber Sharman Networks verklagte die RIAA (Record Industry Association of America) am Montag unter anderem wegen Urheberrechtsverletzung und Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen des Kazaa-Clients. Die Vereinigung der großen amerikanischen Plattenlabels benutze die unauthorisierte Version "Kazaa Lite", um Zugriff auf das Netz zu erhalten.

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Plattenlabels sollen verstümmelte Musikdateien und Nachrichten verbreiten

Dies sei laut den Nutzungsbedingungen von Kazaa nicht legal, zumal die Plattenlabels diese Clients nutzen sollen, um das Netz mit unbrauchbaren Musikdateien zu überfluten. Nachdem die RIAA eingestanden hat, dass Tauschbörsen immer Teil des Internets sein werden, schlug der Interessenverband einen neuen Weg ein. Neben weiteren Klagewellen gegen Betreiber von Tauschbörsen folgte die Ankündigung, auch deren Nutzer zu verklagen. Selbst die Manipulation von Anwender-PCs schloss man nicht aus.

Trotzdem schlug insbesondere Sharman Networks als Betreiber der größten Tauschbörse zurück. Mit der Einbindung eines neuen Netzes für bezahlte Inhalte ("AltNet") wollte man den Weg zum Anbieten von kostenpflichtigen, legalen Downloads von geschützten Werken ebnen, jedoch blockierten laut Sharman Interessenverbände Gespräche mit verschiedenen Labels und Studios. Dies führte zu einer Klage, die im Juli abgelehnt wurde und nun Teil der neuen Klage ist.

RIAA übt Druck auf Kunden aus

Exemplarisch verklagte die RIAA im September 261 Tauschbörsenbenutzer, um den bisherigen Drohungen Taten folgen zu lassen. Das verwundert nicht, schließlich melden Plattenfirmen seit geraumer Zeit sinkende Kaufzahlen. In den Tauschbörsen sei einer Studie zufolge die Aktivität der Benutzer um 15 Prozent gesunken.

Um potenzielle Kunden wieder zum Kauf zu ermutigen, kämpfen die Labels an mehreren Fronten. Nach beträchtlichen Erfolgen des Musikdienstes Apple "Music Store" plant man, eigene Download-Dienste anzubieten, außerdem wird mit günstigen Preisen und dem Versprechen auf eine bessere Audioqualität mit der "Super Audio CD" versucht, einen vergleichsweise sicheren Kopierschutz zu etablieren.
Matthias-Emanuel Thömmes
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