Statt Handys verschickte er Briketts - und zahlte dafür mit dem Leben. "zottelmemme" war bereits Netzlegende als wir auf ihn aufmerksam wurden. Zahlreiche Foren feierten ihn als wohl dreistesten eBay-Betrüger aller Zeiten, schmähten oder adelten ihn für seine Nonchalance in Sachen eBay-Abzocke. Und in der Tat: So dummdreist wie er war sonst kaum einer...
zottelmemme: Wackersteine statt High Tech...
Carsten K. aus Gartow bei Lüneburg - am 17. September 2002 eröffnete er bei eBay einen Account. Sein Pseudonym: "zottelmemme". Knapp ein halbes Jahr lief alles gut. Doch wie so oft, muss auch K. irgendwann die Gier gepackt haben. Nein, nicht irgendwann - genauer gesagt am 18. Februar dieses Jahres. Da lieferte er statt des versprochenen Notebooks alles andere als technisch hochwertige Ware: Drei Steine bekam eBay-Mitglied "pedule" von "zottelmemme" frei Haus zugesandt - ein eher archaischer Gruß an unsere hochtechnisierte Welt..
Doch was anfangs noch für Unbeteiligte wie die Tat eines dummdreisten Spaßvogels aussah, entpuppte sich immer mehr zum waschechten Betrug: 12 weiteren eBayern lieferte Carsten K. über fünf Tage alles andere als die ersehnte Ware. Statt der gewünschten Digicams gabs wahlweise Holzbricketts, Wacker- oder Betonsteine. Ks. Kreativität in Sachen Brickett- und Steinhandel schienen keine Grenzen gesetzt.
zottelmemme: "In seiner Dreistigkeit zur handfesten Netzlegende"
Während die Geschädigten in die Röhre guckten und sich einen Anwalt nahmen, mauserte sich "zottelmemme" in seiner Dreistigkeit zur handfesten Netzlegende. Forumsmeldungen im ganzen Netz überschlugen sich - frei nach dem Motto: "Schaut Euch den mal an". Weblogs entwarfen Phantasie-Geschichten um die wahren Motive des Brikett-Betrügers, andere feierten ihn als "genialen Helfer zur Erringung der Weltherrschaft" - und für andere war er nur ein "ganz doller Troll"...