Selbst Premiere scheint langsam einzusehen, dass auch Nagravision knackbar ist, jedenfalls bestätigt dies Premiere-Chef Georg Kofler am Rande der IFA.
Sicherheit für ein Jahr
Allerdings geht Premiere davon aus, dass der neue Schlüssel immerhin ein Jahr nicht geknackt werden kann. Das neue System Nagravision wurde extra für Premiere angepasst, die Auslieferung der neuen Smartcards soll in diesen Tagen beginnen.
Allerdings spielt schon die Tatsache, dass keine neuen Boxen verteilt und keine neue Software notwendig ist, dafür, dass ein Umgehen des Schlüssels früher oder später möglich sein wird. Letztlich muss sich zeigen, wie sauber die Einbindung des neuen Schlüssels gelungen ist und ob sich Angriffspunkte auftun.
Lebendige Hackerszene
Premiere kann sich jedenfalls sicher sein, dass viele Hacker versuchen werden, den Code zu knacken, sobald sie das neue System als Kunde zugeschickt bekommen. Gerade die Nutzer von Linux mit illegalen Erweiterungen (die von den Entwickern der Linux-Software nicht toleriert werden) haben dabei gute Karten, denn sie müssen für einen neuen Key keine Smartcard programmieren, sondern können das Entschlüsseln allein in Software ausführen und Updates über eine Netzwerkverbindung aufspielen.
Daher gehen viele Experten, mit denen wir auf der IFA gesprochen haben, davon aus, dass früher oder später das neue Verschlüsselungssystem vollständig geknackt sein wird - vielleicht nicht mit Piratenkarten, jedoch mit speziellen (illegalen) Linux-Programmen für die dbox 2 mit Linux-Aufsatz. Doch wer weiß, vielleicht haben sich bis dahin viele Schwarzseher bei Premiere angemeldet.