Kazaa sollte er beschleunigen, der PeerCache vom niederländischen ISP Wanadoo, der nun seinen Caching-Projekt einstellte. Es soll alles lediglich ein Experiment gewesen sein, wie The Register berichtet. Mit PeerCache entwickelt das Schwesterunternehmen Joltid der Kazaa-Gründer eine Möglichkeit, den aufkommenden Datentransfer bei ISPs zu verringern: mit einem Zwischenspeicher für P2P-Downloads wird der beliebteste Inhalt im Kazaa-Netz direkt beim ISP abgelegt.
Mutterfirma hatte Angst vor rechtlichen Konsequenzen
Die französische Mutterfirma von Wanadoo gefiel der Alleingang der niederländischen Tochter anscheinend nicht so sehr. Schließlich garantiert der Cache nicht, dass auch illegale Inhalte zwischengespeichert werden und Downloader dieser durch den Cache noch Vorteile genießen. Auszuschließen ist das nicht, schließlich sind derartige Downloads in dieser Tauschbörse hoch frequentiert, was sie auch zu einem der Hauptangriffsziele amerikanischer Interessenverbände wie RIAA (Recording Industry Association of America) und MPAA (Motion Picture Association) macht.
Joltid wurde mit dem ehrgeizigen Ziel gegründet, P2P als eine nützliche Investition für Unternehmen und Internetprovider zu vermarkten. Man versucht, P2P als günstige Lösung für hohe Datenaufkommen und attraktives Angebot für die Benutzer darzustellen. In der Tat zeigen moderne Protokolle wie BitTorrent, dass große Dateien wie Linux-Distributionen von mehreren Benutzern angeboten werden können. Das spart einiges an Kosten für das entstehende Datenaufkommen - insbesondere dann, wenn ein Provider das interne Netz effektiv nutzt.
Illegal, nicht egal
Während Wanadoo glaubte, dass das Cachen legal war, da mehrere Länder das niederländische Recht über das Caching zur Verbesserung der anfallenden Datenrate akzeptieren und Kazaa-Mitgründer Niklas Zennstrom meint, der Cache habe nichts mit einer Verwendung der Software für illegale Zwecke zu tun, stellte sich die IFPI, Verband der Musikindustrie weltweit, klar dagegen. "Caching" habe nichts mit einem Wegfall der rechtlichen Verantwortung zu tun, so der Verband.
Matthias-Emanuel Thömmes