<b><i>Ein Bericht aus dem Leben</i></b>
Ich wohne nun seit März in Berlin. Da ich auf DSL nicht verzichten wollte, erkundigte ich mich vor dem Umzug nach der DSL-Verfügbarkeit - "DSL nicht verfügbar, Sie sind über PE geschaltet", sagte mir die nette Dame an der T-Hotline. PE? Was das denn?! "Glasfaserkabel, Ihre Leitungen bestehen aus Glasfasern." Oh Gott, Glasfaser! Der DSL-Killer!
Nach Überwinden des Schockes denke ich mir: Nicht weiter schlimm, schließlich sagte Telekom-Pressesprecher Walter Genz zu Zeiten der CeBit, dass man nun nach und nach damit beginne, glasreich-beerdete Gebiete auch mit DSL zu versorgen... nur schlecht, dass es Standorte gibt, in denen eine Kupfer-Anbindung unmachbar ist. Die armen Anwohner...
Szenenwechsel!
Der Osten - ein Schlachtfeld postalischen Tuns! 1990, kurz nach der Wende, startete der Aufbau Ost. Staat und Europäische Investitionsbank subventionierten das Tun der Telekom, die damals noch "Post" hieß. So wurde aus dem Osten das ultimative Hightech-Mekka der Telekommunikation.
Doch eben leider nur für kurze Zeit - zu Grabe getragen wurde die schöne neue ostdeutsche Technikwelt vom aufkommenden Internetzeitalter. Wer sich mit einem V.90-Modem ins Internet einwählen wollte, musste sich oft mit einer reduzierten Bandbreite zufrieden geben - teilweise konnten sogar gar keine Verbindungen zum Internet hergestellt werden.
Diese Probleme sind heute nicht mehr vorhanden. Nur, wie sieht es mit der Verfügbarkeit von Breitbandanschlüssen aus? Schlecht! Obendrein ist die von der Telekom in Deutschland als "innovativ" angepriesene ADSL-Technik Ende der 80'er Jahre in den USA entwickelt worden, um eine Dekade später von der Deutschen Telekom als "Innovation" verkauft zu werden.
Schade, dass diese "Innovationstechnik" jedoch nur über Kupferkabel kostengünstig realisiert werden kann. Der verglaste Osten, sowie der teilweise verglaste Westen schauen demnach in die Röhre.