Der Technologiekonzern Siemens will in seiner Mobilfunksparte nochmals eine Milliarde Euro sparen und baut daher weitere 2300 Stellen ab. Betroffen sind auch 500 Jobs in Deutschland, wie der Konzern in München mitteilte. Die Einzelheiten würden derzeit in den zuständigen Gremien besprochen. Bereits im vergangenen und im laufenden Jahr hatte die Siemens-Mobilfunksparte umfangreiche Sparprogramme aufgelegt, die insgesamt den Abbau von 4000 Stellen vorsahen.
Das neue Sparpaket soll in den kommenden zwölf Monaten greifen, wie Siemens weiter mitteilte. Die Stellen sollen bis Ende des nächsten Geschäftsjahres entfallen, also bis Ende September 2004. Grund sei die schlechte Geschäftslage, erklärte der Chef der Sparte, Rudi Lamprecht. Der Markt von Siemens mobile sei gekennzeichnet durch "Preisverfall, Überkapazitäten und Investitionszurückhaltung auf Seiten der Mobilfunkbetreiber". Ende September 2002 arbeiteten weltweit noch rund 28.600 Menschen für Siemens mobile.
Die Verkäufe der Mobilfunksparte blieben zuletzt auf niedrigem Niveau. Nach den am vergangenen Donnerstag vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal wurden rund 8,1 Millionen Handys abgesetzt. Das reichte nicht aus, um profitabel zu wirtschaften. Siemens ist der viertgrößte Handybauer weltweit und hält einen Marktanteil von rund acht Prozent.
Mit dem neuen Sparprogramm setzt Siemens seinen drastischen Stellenabbau im gesamten Konzern fort: Bereits im vergangenen Jahr hatte das Münchner Unternehmen angekündigt, insgesamt mehr als 25.000 Stellen streichen zu wollen. Allein in der defizitären Netzwerksparte ICN sollten 20.500 Jobs wegfallen.
Sven Wagenhöfer
/ afp