"11 Tage lang ließ eBay einen mutmaßlichen Betrüger gewähren" - schwere Vorwürfe an die eBay-Sicherheit richtet zurzeit eBay-Experte B. Müller. Es geht um den Fall "bravel-electronics": Rund 800 eBayer hat der inzwischen untergetauchte Verkäufer um fast 200.000 Euro gebracht. "Das hätte verhindert werden können", so B. Müller, "wenn eBay nicht so langsam und halbherzig reagiert hätte."
Es begann im eBay-Sicherheits-Forum...
Bereits am 22. Juni hatte B. Müller dort auf "bravel-electronics" aufmerksam gemacht. Seinen Verdacht erregt hatten die unvollständigen Adress-Angaben des Verkäufers sowie die urplötzlich beträchtliche Auktions- und Waren-Menge (rund 120.000 Euro). Schon damals legte M. eBay im Forum und per E-Mail ans Herz, "in Anbetracht der großen Warenmenge die Verfügbarkeit zu prüfen und bezüglich der langen Lieferzeiten von 10 Werktagen einzugreifen."
Müllers damals fast hellseherisches Resumee: "Es scheint, als sollte hier erst einmal Geld eingesammelt werden. Wenn noch weitere Auktionen folgen, könnte eine hübsche Summe bei den Vorauszahlungen zusammenkommen."
Geld weg, eBayer sauer und Arbeit für die grüne Truppe...
Und in der Tat sollte Müller Recht behalten: Als eBay am 3. Juli den Verkäufer "bravel-electronics" sperrte, war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Rund 800 eBayer waren betrogen, 200.000 Euro waren weg und die Kriminalpolizei hatte jede Menge Arbeit.