Eine weitere finanzielle Atempause hat die um ihre Sanierung kämpfende Telefonfirma mobilcom offenbar bekommen: Wie das Unternehmen in Büdelsdorf mitteilte, verlängerte die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Laufzeit des ersten Notkredits über 50 Millionen Euro bis zu einer Entscheidung der EU-Kommission über die Staatshilfen für mobilcom, maximal aber bis zum 20. Mai 2004. Der Kredit wäre nach Angaben eines mobilcom-Sprechers ursprünglich am kommenden Montag fällig geworden.
"Die Verlängerung der Laufzeit unterstützt unseren Restrukturierungsprozess, durch den wir mobilcom wieder nachhaltig profitabel machen wollen", erklärte Unternehmenschef Thorsten Grenz. Zurzeit sei die Firma aber noch auf die Unterstützung der staatseigenen KfW und der Bürgen angewiesen.
Die EU-Kommission hatte erst vor gut einer Woche wegen massiver Zweifel an der Rechtmäßigkeit deutscher Staatshilfen für mobilcom ihr förmliches Prüfverfahren erweitert. Das Verfahren dreht sich um die Absicherung von Darlehen über insgesamt 138 Millionen Euro durch Staatsbürgschaften des Bundes und des Landes Schleswig-Holstein.
Die Bundesregierung hatte im März bei der Kommission beantragt, die Staatsbürgschaften für diese Kredite bis 2007 zu verlängern. Eigentlich sollte das Geld bis September diesen beziehungsweise Mai nächsten Jahres zurückgezahlt werden.
Die jetzt verlängerte erste Rettungsbeihilfe für mobilcom hatte die Kommission im Januar genehmigt. Die Telefonfirma war durch den Rückzug des Hauptanteilseigners France Télécom im vergangenen Jahr an den Rand der Pleite geraten.
Peter Giesecke
/ afp