Unter einer kommerziellen Lizenz und der GPL kommt mit Media-S das erste freie DRM-System. Im Mai 2003 wird voraussichtlich die Version 1.0 erreichen. Das erste Einsatzziel, das sich die Entwickler von SideSpace Solutions gestellt haben, ist eine Kombination mit OGG Vorbis. Dies könnte auf Dauer zu einer besseren Verbreitung des freien Audioformates führen, zumal die Kosten für eine komplette DRM-Lösung für Unternehmen überschaubarer sind.
Wie kann ein freies System sicher sein?
Media-S setzt auf den kryptographischen Funktionen des bewährten SSL-Toolkits OpenSSL auf. Wenn eine Firma mit dieser Technik Inhalte schützen möchte, empfiehlt SideSpace Solutions den Kauf einer Lizenz für eine binäre Distribution, da unter dieser Lizenz jede Modifikation an der Verschlüsslungstechnik oder den verwendeten Schlüsseln nicht veröffentlicht werden muss, wie es unter der GPL der Fall wäre.
Ein Unternehmen kann also somit eigene Änderungen vornehmen, ohne die Standards weitgehend zu ändern. Das könnte für den Anwender mehr Komfort - und somit eine positivere Haltung gegenüber DRM - bedeuten: Unternehmensspezifische Musik-Player müssten nicht mehr zum Einsatz kommen, da die Implementierung von OGG Vorbis mittlerweile in die meisten Audio-Player eingeflossen ist und bereits erste OGG Vorbis-Endgeräte bereit stehen.
DRM: Notwendig oder nicht?
Für viele Open Source-Fans ist Media-S eine Provokation, da DRM genau entgegengesetzt des Gedankens, Medien-Inhalte oder Software frei verfügbar zu machen, ist. Dennoch scheint besonders auf Druck die Einführung eines einheitlichen DRM-Systemes vonnöten, was die Entwicklung zumindest rechtfertigt, da sie einen Zerfall des Marktes in viele unterschiedliche Systeme noch verhindern kann.
Matthias-Emanuel Thömmes