Großangelegter Banden-Betrug im Auktionshaus. Sie hacken, bieten und kassieren ab – und das im ganz professionellen Stil: Wie Rumänen-Banden tagtäglich dutzende ahnungsloser ebay-Kunden in Deutschland übers Ohr hauen.
Manuel S. (20, Azubi) aus Ulm ist um 1.352 Euro ärmer. Und irgendwo im sonnigen Italien sitzt ein gewiefter Banden-Kopf und freut sich seines frisch verdienten Gauner-Geldes. Wie viele andere eBay-Kunden hatte Manuel S. im Internetauktionshaus sein ganz persönliches Schnäppchen gewittert: ein Dell-Notebook für rund 1300 Euro. Angeboten von einem laut eBay-ID-Card vertrauenswürdigen Powerseller mit amerikanischem eBay-Account.
"Sie sind auf eine Rumänenbande reingefallen..."
Er bot, überwies per Western Union nach Italien – nur die Ware sah er nie. Was er bei der Polizei wenig später erfuhr: S. war auf eine rumänische Bande hereingefallen, die das Internetauktionshaus mit ausgekochten Tricks für einen ganz groß angelegten Betrug ausnutzt. Rund 150 Anzeigen sind allein in den letzten Wochen gegen die Täter bei der Polizei Ingolstadt eingegangen.
Ein eBay-Kenner: Schätzungsweise 100.000 Euro Schaden pro Monat
Onlinekosten.de sprach darüber mit einem eBay-Kenner aus dem Sicherheitsforum. Der eBay-Nutzer bubu.m schreibt dort seit rund einem Jahr zu Sicherheitsthemen und kümmert sich um geneppte Kunden. bubu.m: „Die Rumänenbande operiert bei eBay seit mehreren Monaten – und das im ganz großen Stil. Ihr Ziel: Überweisungen ahnungsloser Kunden im Vorkasseverfahren. Die Ware kommt nicht und die Gauner lachen sich ins Fäustchen. Vorsichtig geschätzt verursacht die Bande so einen Schaden von gut 100.000 Euro pro Monat.“