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Samstag, 01.03.2003 13:41

Ansichten eines DAU: T-Debil

aus dem Bereich Sonstiges
Es klingelt. Einmal, zweimal - ich hebe ab. „Schönen guten Tag, willkommen bei T-Mobil, mein Name ist Dirk Anton Ulmer, was kann ich für Sie tun?“ Maik Enrico Wöhler aus dem T-Punkt Gera möchte wissen, ob sein Kunde schon „freigeschalten“ ist.

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Ich überlege kurz, ob ich ihn auf seine kleine grammatische Unzulänglichkeit ansprechen soll und entscheide mich dagegen. „Kann er denn schon telefonieren, Herr Wöhler?" "Nuh", sagt Herr Wöhler und ich stehe vor einem dicken Problem. Was zum Teufel soll denn bitte „nuh“ heißen? Ja? Nein? Yup? Weiß nicht?

Die Kluft zwischen Ost und West: Wir verstehen uns einfach nicht!
Kann ich mir leisten noch mal nachzufragen, ohne dem Ost-T-Punkt-Mann eins mit der Besserwessi-Klatsche zu verpassen? Ich schwitze, versuche's mit brachialer Umkehrlogik: „Also der Kunde kann noch nicht telefonieren!“ Hoffnung auf ein Ja... Antwort in Gera: „Nuh, sag ich doch.“ Da ist sie wieder die Kluft zwischen Ost und West - wir versteh'n uns einfach nicht; noch nicht mal am Telefon. Geheimes Memo von mir: Nach Gera fahren und den T-Punkt sprengen…

Sie haben mir also tatsächlich einen Vertrag gegeben. Für rund 8,50 € die Stunde mache ich Telefonberatung beim Drahtlos-Ableger vom rosa Riesen, für End- und Geschäftskunden, wie sie das hier nennen. Und ich muss zugeben: Ich bin mit Vollprofis unterwegs…

Zuerst das Einstellungsgespräch: Dämliche Fragen, ein par mal „hm“ und „hmja“ auf ebenso dämliche Antworten von mir und klatsch – der Vertrag ist in der Tasche. Zwei Wochen setzen sie mir jemanden zur Seite, der mich zum „Aktivierer“ ausbildet. Zwei Wochen bekomme ich beigebracht, wie man Leuten verkauft, dass ihre Karten noch nicht „freigeschalten“ sind.
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