Christopher B. (23, Ex-Jurastudent) - 176 Betrugsanzeigen hatte er bereits und damit einen Gesamtschaden von mehr als 200.000 Euro verursacht. Doch noch immer war er auf freiem Fuß. Grund: ein Hirntumor, der eine Verhaftung unmöglich machte. Seit ein paar Tagen ist sein betrügerischer Amoklauf im Internet fürs erste beendet. Letztendlich haben sich die Richter am Amtsgericht Passau doch noch zu einem Unterbringungsbefehl gegen B. durchgerungen.
Festnahme in Neunkirchen (Saar)
Am 20. Januar nahm ihn die Polizei im saarländischen Neunkirchen fest. Seit dem 29. Januar ist der 23jährige in der geschlossenen Abteilung des Bezirksklinikums Mainkofen, dem bayerischen Pendant zum LKH, untergebracht. Oberstaatsanwalt Neuefeind, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Passau, dazu:
„Nach Mainkofen wurde B. zum Schutz der Allgemeinheit verbracht, da er seine Betrügereien im Internet nicht einstellte. Hier soll binnen der nächsten zwei Monate seine Schuldfähigkeit gutachterlich festgestellt werden. Es ist möglich, dass diese aufgrund der starken Medikamente, die er gegen seinen inoperablen Gehirntumor einnimmt, entweder vermindert oder sogar ausgeschlossen ist.“
Seine Online-Maschen: mal tölpelhaft, mal raffiniert
Zur Befriedigung seiner immensen Spielsucht hatte sich B. zwei Maschen ausgedacht: Die eine bestand darin, im Internet real existierende Kreditkartennummern zu ermitteln. Mit diesen „kaufte“ er dann zumeist online ein oder nutzte sie zu hohen Einsätzen in Online-Casinos. Die andere Masche war die ganz normale eBay-Vorkassen-Nummer, manchmal aber auch eine abgefeimte Verfeinerung: