"Offenbarungseid" in Freilassing. Montag morgen hat MMCCR-Chef Christoph R. (24) die Eidesstattliche Versicherung abgelegt. In seiner Privatwohnung, so die zuständige Gerichtsvollzieherin, sei sie auf R. getroffen. Von dort aus sei man zu zweit zum Firmensitz in der Gewerbegasse gegangen, wo R. ihr gegenüber die Eidesstattliche Versicherung abgab.
Obergerichtsvollzieher E. vom Amtsgericht Laufen bekräftigte mehrmals, bei R. sei "absolut nichts mehr zu holen". In den nächsten Tagen werde für den Vorgang ein Aktenzeichen erstellt. Ein entsprechendes Protokoll soll auch allen Titel-Inhabern zugehen.
Onlinekosten.de sprach mit Rechtsanwalt Leeb von der Kanzlei Gutwald in Freilassing; rund 15 MMCCR-Geschädigte lassen sich dort vertreten. Leeb: "Auch wir haben in außergerichtlichen Schreiben versucht, mit R. Kontakt aufzunehmen. Doch scheinen ihn unsere Schriftsätze nicht im Mindesten zu interessieren, auch auf von uns erwirkte Mahnbescheide kam keinerlei Reaktion, Widerspruch dagegen hat R. nie eingelegt."
"Nach dem jetzt geleisteten Offenbarungseid", so Leeb, "stellt sich die Chance für die Geschädigten, doch noch an ihr Geld zu kommen, als äußerst gering dar. Zwar erstreckt sich der aus dem Mahnverfahren erworbene Titel eines jeden Geschädigten sowohl auf das Privatvermögen Christoph Rs. als auch auf das Firmenvermögen von MMCCR. Doch wenn hier, wie vom Gerichtsvollzieher bestätigt, tatsächlich nichts mehr zu holen ist, wird es auch als Anwalt schwierig sein, die Ansprüche der Geschädigten finanziell zu befriedigen."