Nach monatelangen Verhandlungen verkauft die Deutsche Telekom ihre verbliebenen TV-Kabelnetze für bis zu 2,1 Milliarden Euro. Ein entsprechender Kaufvertrag wurde mit einem Konsortium aus den Finanzinvestoren Apax Partners, Goldman Sachs Capital Partners und Providence Equity unterzeichnet. Vereinbart wurde nach Angaben der Unternehmen ein Festpreis von 1,725 Milliarden Euro in bar für die noch sechs bei dem Konzern verbliebenen Regionalgesellschaften mit rund zehn Millionen Kunden. Je nach Geschäftsentwicklung kann sich die Kaufsumme um nochmals 375 Millionen Euro erhöhen.
Der Verkauf soll Ende März abgeschlossen werden. Mit bestenfalls 2,1 Milliarden Euro liegt der Preis unter den 2,3 Milliarden Euro, die sich die Telekom noch vor einigen Monaten beim Amtsantritt des neuen Konzernchefs Kai-Uwe Ricke erhoffte. Zur Frage, wann die 375 Millionen Euro zusätzlich fällig würden, wollte das Unternehmen nicht konkret werden. Ein Telekom-Sprecher sagte lediglich, es seien "Skalen" für die Auszahlung vereinbart worden.
Die Telekom hat die Milliarden aus dem Kabelverkauf fest für den Abbau ihres Schuldenberges von zuletzt rund 64 Milliarden Euro eingeplant. Er soll bis zum Jahresende auf 50 Milliarden Euro verringert werden. Ursprünglich hatte der Bonner Konzern das verbliebene Kabelnetz für 5,5 Milliarden Euro an den US-Konzern Liberty Media verkaufen wollen. Dies scheiterte Anfang vergangenen Jahres aber am Veto des Bundeskartellamtes.
Auch der neue Deal muss von den Kartellwächtern genehmigt werden, dieses Mal ist wegen der Größe der beteiligten Unternehmen allerdings Brüssel und nicht Bonn zuständig. Da als Käufer nun ein reines Finanzkonsortium und kein Medienunternehmen auftritt, schätzen Experten die Gefahr eines erneuten Verbotes als gering ein. Die Käufergruppe betont, die Übernahme stehe zudem noch unter dem Vorbehalt der Finanzierung durch die Banken. Das Geld soll von den US-Instituten Goldman Sachs und Morgan Stanley kommen.
Von dem Verkauf betroffen sind die Kabelgesellschaften in den Regionen Hamburg/Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern, Nedersachseni/Bremen, Berlin/Brandenburg, Sachsen/Sachsen-Anhalt/Thüringen, Rheinland-Pfalz/Saarland und Bayern. Die Käufer sollen die Übernahme der derzeit dort beschäftigten 2500 Mitarbeiter zugesichert haben.