Bestellt, bezahlt, belogen – über Monate hinweg hat M.-Chef Christoph R. über 150 seiner Kunden keine Waren geliefert, auf ihre Protest-Schreiben sich immer neue Ausreden einfallen lassen und ihre Anzahlung dreist einbehalten. Die Schonzeit ist zu Ende – jetzt muss sich R. vor dem Staatsanwalt verantworten, in insgesamt 123 Fällen.
"Lug und Betrug in Freilassing. Nepper, Schlepper, R.fänger."
Herbert Fischer
Ein Leser hatte Onlinekosten auf die zweifelhaften Geschäftspraktiken des Freilassinger Computerhändlers aufmerksam gemacht. Über eBay hatte er bei M. einen Rechner ersteigert und nie erhalten. Auch auf seine Bitte um Rückzahlung der geleisteten Anzahlung in Höhe von 200 Euro war aus Freilassing weder Antwort noch Geld gekommen. Kurz nach Veröffentlichung dieser Geschichte füllten sich bei onlinekosten die virtuellen Briefkästen. Über 150 Kunden war es genauso ergangen: bestellt, angezahlt und nichts erhalten. Sie alle hatten mit Ihren Anzahlungen R. eine Gesamtsumme von über 40.000 Euro beschafft und ihn weder durch Bitten noch durch Drohungen dazu veranlassen können, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen oder zumindest die Anzahlungen zurückzuerstatten.
"eBay-Betrug in ganz großem Stil."
Marcus Faustmann
Und ist der Ruf erst ruiniert…
Nach der Veröffentlichung eines offenen Briefes und pikanter Details aus R.s Firmenleben auf Onlinekosten meldete sich ein „Reality“ im Onlinekosten-Forum zu Wort. Dort gab sie an, von M. mit der Abwicklung aller noch offen stehenden Lieferungen betraut worden zu sein und weiteren Rufschaden von der Firma abwenden zu wollen. Zur vermeintlichen Rettung des besagten Firmenrufes meinte „Reality“ zunächst Onlinekosten und jedem unbequemen Forum-User mit rechtlichen Konsequenzen drohen zu müssen.