Freitag, 15.11.2002 19:40

DSL-Flatrates von mediaWays und Tiscali - Fazit nach 3 Monaten

aus dem Bereich Breitband

Was verheißungsvoll begann, endete in einem Desaster. Seit nunmehr drei Monaten gibt es die alternativen DSL-Flatrates von mediaWays und Tiscali. Der Optimismus zu Beginn war groß und der Run auf die neuen Flatrates immens - kein Wunder, immerhin sind die Provider teilweise zehn Euro günstiger als T-Online. Sowohl mediaWays als auch Tiscali haben anscheinend nicht mit einem derartigen Ansturm gerechnet, sodass es bereits Ende Oktober zu Einwahlproblemen und Geschwindigkeitsverlusten kam.

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Der Fall Tiscali
Tiscali versuchte die Bandbreitenprobleme zu beseitigen, indem man die Ports für diverse Filesharing-Tools (eMule, Kazaa etc.) drosselte und die Nutzung derselben damit praktisch unmöglich machte. Das ging soweit, dass Anfang November sogar IRC-Ports begrenzt wurden, sodass die Nutzung des Internet Relay Chat nicht mehr möglich war. Mittlerweile wurden die IRC-Ports wieder freigegeben, einige User beklagen sich jedoch bis heute darüber, dass sie viele Peer2Peer-Clients noch immer nicht nutzen können.

Durch die „dynamische Bandbreitenregulierung“ - so wurde dies Vorgehen zum Hohn in den Ohren vieler User von Tiscali genannt – hat man dann auch tatsächlich wieder die Standardanwendungen, wie zum Beispiel E-Mail und Browser, weitgehend brauchbar gemacht. Für diese Ports steht nun aufgrund der Beschränkung anderer Ports genug Bandbreite zur Verfügung. Nicht wenige User haben aber bei Tiscali gekündigt und sind entweder (zurück) zu T-Online oder zu einem anderen Anbieter, der den verlässlicheren Telekom-Backbone nutzt. Am Anfang war die Einwahl in den Telekom-Backbone über Tiscali über eine spezielle Kombination des Benutzernamens sogar möglich, aber auch diese Möglichkeit wurde vor kurzem unterbunden.

Der Fall mediaWays
Wer nun denkt, dass bei mediaWays alles glatt laufe, täuscht sich. Selbst dort traten schon Anfang September Geschwindigkeitsprobleme auf und die Reseller beteuerten, dass es definitiv nicht an den Kapazitäten liege. Diese Störung wurde allerdings innerhalb kürzester Zeit behoben; erst einmal war wieder fröhliches Surfen angesagt. Bereits Ende Oktober traten dann die nächsten ernsteren, bundesweiten Einwahlprobleme und Geschwindigkeitsengpässe auf.

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