Nicht der Rechner, sondern der Internet Provider muss frei werden von Viren, 0190-Dialern und Spam - mit dieser simplen Idee geht nun der Internet-by-Call-Anbieter SaferSurf an den Start. Und diese Idee ist auch schon patentiert worden: SaferSurf filtert nach Angaben des Anbieters Nutzwerk aus den Datenströmen alles Schädliche heraus, noch bevor es den heimischen Computer erreicht. Der Vorteil: Man spart Zeit und Geld, weil nicht bei jeder Virenwarnung ein neues Anti-Viren-Update aufgespielt werden muss.
Revolutionär ist dabei aber, dass die Filterung in Echtzeit geschieht. Ein 300 Kilobyte großer Filter zwischen Anwendungs- und Transportschicht klinkt sich in den Datenstrom ein, wenn der Proxy-Server Daten aus dem Netz saugt. Findet SaferSurf einen Virus, wandert dieser ins Nirwana, aber nicht auf den heimischen Rechner.
Auf den ersten Blick sieht der Anti-Viren-Internetzugang teuer aus. Die Onlineminute mit SaferSurf kostet 1,99 Ct/min, wird aber kundenfreundlich sekundengenau abgerechnet. Dies ist zwar mehr, als ein normaler Internet-by-Call-Zugang kostet, SaferSurf bietet aber auch mehr - gerade für denjenigen, der nur einige Stunden pro Monat im Netz ist und sich keine große Gedanken über die korrekte Installation einer Anti-Viren-Software oder Firewall macht. Für Heavy-User ist SaferSurf allerdings auch gar nicht gedacht, denn diese werden ganz andere Ansprüche an die Sicherheit ihres Sytems stellen und auch auf Grund der Surfgeschwindigkeite DSL sicherlich bevorzugen. Ärgerlich ist dagegen nur die Einwahlgebühr von 2,55 Cent - eine solche fällt beispeilsweise bei kaum einem DSL Anbieter an.
Da die Schutzsoftware komplett auf den Servern von SaferSurf liegt, ist auch keine zusätzliche Installation auf dem heimischen Rechner notwendig. Die Nutzer erhalten lediglich ein automatisches Installationsprogramm, das eine neue DFÜ-Verbindung einrichtet und den Internet-Browser auf die Schutzfunktionen konfiguriert. Das automatische Einrichtungsprogramm ist gleichzeitig ein Deinstallationsprogramm.
Ein erfreulicher Nebeneffekt: Kunden von SaferSurf bleiben anonym im Netz. Nach außen tritt immer nur der Proxy in Erscheinung, an den die Schutzprogramme gekoppelt sind. Auch lassen sich keine Nutzerprofile mehr über Web-Bugs erzeugen.
Peter Giesecke