Billig bieten, nichts erhalten - wie der Computerversand MMCCR eBay-Nutzer um ihre ersteigerten Rechner prellt. Eine User-Geschichte...
„Zuschlagen bevor der Hammer fällt“, denkt sich Nils R. (26), als er im Internetauktionshaus eBay folgendes Angebot entdeckt: „1,8er AMD Athlon, 64 MB Geforce 4, 40 GB Festplatte, 256 MB DDR-Ram inklusive Brenner und integriertem Modem – Lieferfrist: 20 Werktage.“ Der Bonner Jurist bietet 367 €, der Hammer fällt und er bekommt den Zuschlag – nicht wissend, dass der wahre Hammer erst noch kommen sollte…

Zwei Tage später, am 8. Juli 2002, überweist Nils R. die geforderte Anzahlung von 200 €
auf das Konto der Firma MMCCR mit Sitz in Freilassing.
Obwohl ein Treuhandkonto, wie bei eBay möglich, von dem Computerversand nicht angegeben ist,
glaubt er sein Geld in guten Händen. Zum einen hatte kurz zuvor sein Bekannter Achim K. (26) ebenfalls einen Rechner über MMCCR ersteigert und binnen drei Wochen erhalten; ebenso hatten andere Kunden des Computerversands dessen Leistungen bei eBay als überwiegend positiv bewertet.
Vertröstung per E-Mail
Rund einen Monat später: Die vereinbarte Lieferfrist ist abgelaufen, der ersehnte Schnäppchen-Rechner immer noch nicht da. Nils R. dazu: „Für den Preis wollte ich den Jungs ruhig noch ein paar Wochen geben – ein solches Angebot bekommt man nicht alle Tage.“ Mitte August ist die Ware noch immer nicht geliefert. Nils R. fragt höflich per E-mail nach. Die Antwort, ein standardisiertes Entschuldigungsschreiben: Die Lieferung würde sich noch um ca. 15 Werktage verzögern - Lieferschwierigkeiten. Zum Dank für seine Geduld werde man Nils R. eine bessere Festplatte einbauen.
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