Die Bude vermüllt, der Kühlschrank lebt - Hauptsache der Rechner blitzt. Männerwirtschaft eben...

„Du bist ein Schwein.“ – 16:30 Uhr: Mama ist da, monatlicher Hausbesuch nach altbewährtem Muster. Kaum durch die Tür schaut sie mich mit großen Augen an: Ekel, Vorwurf, Mitleid – in dieser Reihenfolge. „Was für ein Saustall. Da müssen wir was tun.“ – während ich noch betreten auf meine Schuhe starre, füllt Mama die Eimer und fängt fleißig an zu putzen.
Schlechtes Gewissen bei mir. Sie hat ja recht: Im Gemüsefach pilzt der Schimmel vor sich hin. In der Obstschale paart sich nach mendelschem Gesetz „drosophila melanogaster“, die gemeine Fruchtfliege, meine alte Bekannte aus dem Biounterricht. Überall Chaos – kurz: Es sieht aus wie Sau.
Also helfe ich mit. Flugs das MonitorClean aus der Schublade gekramt und die Mattscheibe gewischt. Danach den Drucker entstaubt, unter den Schreibtisch gekrochen und den Kabelsalat bereinigt. Zum Abschluss die Königsdisziplin: „extreme Tastatur-Cleaning“. Der Ziffernblock ist schnell geschafft, da reicht ein Wisch. Ganz anders links, die Tasten 1-6. Auf denen hat der ewige Waffenwechsel in Wolfenstein’s Multiplayer eine schicke Dreckschicht hinterlassen. Was Keyboards alles über ihre Benutzer aussagen…
„Den Rest schaffst du wohl alleine.“ - 17:30 Uhr: Mama muss weg. Die Wohnung ist so lala - im Gegensatz zu mir hat sie nicht gerade viel geschafft. Kurz darauf: Auftritt Verena, meine Freundin. Mama raus, Verena rein – fliegender Wechsel im Putzkommando, denke ich. Weit gefehlt, die Frau von heute putzt nicht mehr für andere, zumindest nicht ohne Geld. Generationen übergreifend sind nur die Vorwürfe. Während Verena noch fröhlich vor sich hin schimpft, beginne ich im Rechner mit dem wirklichen Großreinemach. Denn was beide nicht wissen: Eigentlich bin ich ein blitzsauberer Typ.