Handys

Apple stellt das iPhone vor

Steve Jobs heutige Keynote wurde von Apple-Fans und Fachpresse mit Spannung erwartet. Was lange erwartet wurde, ist nun bestätigt worden: das iPhone kommt in den Handel.

Apple© Apple
"Wir haben das Telefon neu erfunden." So drückt sich Apple-Chef Steve Jobs aus, wenn er den Apple-Fans ein Handy vorstellt. Genau das hat er auf der Keynote 2007 getan. Apple baut jetzt Telefone, die im Sommer zunächst exklusiv in den USA erhältlich sein werden - zu einem nicht gerade günstigen Preis.

Die Gerüchteküche explodierte im Vorfeld der Keynote 2007: Würde Apple einen neuen iPod herausbringen? Einen PDA vielleicht? Oder ein Handy? Recht hatten sie alle, allerdings besaß offenbar niemand der Gerüchteköche die Fähigkeit, die Pläne des Apple-Chefs und Visionärs Steve Jobs vorauszuahnen.

Zunächst präsentierte Jobs das so genannte Apple-TV. Keine wirkliche Neuerung, wurde die Settop-Box, die PC oder Mac kabellos mit der Stereoanlage und dem Fernseher verbindet doch schon im letzten Jahr angekündigt. Filme, Bilder und Audio-Inhalte können von bis zu fünf Rechnern aus auf die mit Intel-CPU und 40 Gigabyte großer Festplatte ausgestattete Box gestreamt werden. Von einem dieser Rechner lassen sich Medien-Inhalte auf die Festplatte des Apple-TV spiegeln.

Settopbox für das Wohnzimmer

Das schlanke Gerät erinnert an einen flachen mac mini, allerdings ist die Anschlussleiste auf Audio- und Video-Inhalte abgestimmt: Neben der Ethernet- und USB 2.0-Schnittstelle besitzt das Gerät optische Audio-Ausgänge, Component Video- und Audio sowie eine HDMI für hochauflösende Videos auf dem HD-Fernseher. Das Apple-TV ist die logische Konsequenz des Airport-Express-Adapters und unterstützt dementsprechend den WLAN-Standard 802.11n. Erhältlich ist es ab Februar 2007 zum Preis von 299,- Euro.

Lesen Sie auf Seite 2: Details zum iPhone
Der lang erwartete große Knaller ist jedoch das iPhone von Apple. Jobs kündigte das Gerät an, als sei es der elektronische Messias. Apple habe den Mac und den iPod erfunden. Nun sei es Zeit für ein weiteres richtungsweisendes Gerät: die Verbindung von iPod, Handy und PDA - mit neuem Bedienkonzept.

Handy ohne Tastatur

Das iPhone sieht auf den ersten Blick aus wie ein PDA. Statt einer Stift- oder Tasteneingabe gibt es allerdings eine neuartige Steuerung, die es erlaubt, das Gerät mit einem Handstreich zu steuern. Berührungen sind nicht mehr nötig. Das iPhone lässt sich zudem im Hoch- und Querformat bedienen und schaltet bei Drehung automatisch um. Insgesamt misst das Telefon 115 Millimeter in der Höhe, 61 Millimeter in der Breite und 16 Millimeter in der Tiefe - bei einem Gewicht von 135 Gramm.

Hardwaretechnisch handelt es sich beim iPhone um ein Gerät des gehobenen Smartphone-Standards. Neben der Unterstützung von WLAN, dem Datenbeschleuniger EDGE und Bluetooth verfügt es über eine Kamera mit zwei Megapixeln. Zumindest die Kamera ist eher eine Enttäuschung, zumal am Markt schon Mobiltelefone mit 3,2 oder gar 5 Megapixel-Kameras erhältlich sind. Dafür hat es das Betriebssystem in sich: als Herzstück dient nämlich Max OS X. Das wirkt sich auch auf das Menü aus: alles wirkt auf dem 320 mal 480 Pixel großen Display bunt und funktional. Dank Quadbandtechnik lässt sich das iPhone in nahezu jedem GSM-Netz der Welt einsetzen. UMTS-Funktionalität fehlt hingegen.



Integriert sind zahlreiche nützliche Features von externen Diensteanbietern. So hat Apple Google und Yahoo! ins Boot geholt, die ihre Dienste Google Maps und Yahoo!-Mail auf dem Gerät einbringen. Auch die aus Mac OS X bekannten Dashboard-Widgets wurden übernommen. Die kleinen Programme können auch auf dem iPhone installiert und genutzt werden.

Preis für Europa noch unbekannt

Das iPhone soll zunächst ab Juni in den USA ausgeliefert werden. Zusammen mit einem Vertrag des Mobilfunk-Anbieters Cingular soll das Gerät dort 499 US-Dollar in der 4- und 599 Dollar in der 8-Gigabyte-Version kosten. Über die Preise in Europa, wo das iPhone erst im Weihnachts-Quartal 2007 erhältlich sein wird, ist noch nichts bekannt. In Asien soll es erst 2008 erhältlich sein.

(Christian Rentrop)

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