News

Apple droht Ärger wegen iTunes

Auslöser ist ein Grundsatzpapier, das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit den Verbraucherschutzverbänden erarbeitet wurde.

Apple© Apple
Die umstrittene Geschäftspraktik mit seinem Online-Musikshop iTunes bringt Apple zunehmend unter Druck. Auslöser ist ein Grundsatzpapier, das vom Bundesministerium für Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit den Verbraucherschutzverbänden erarbeitet wurde.

Systeme offenlegen

In einer fünfseitigen "Charta für Verbrauchersouveränität in der digitalen Welt" werden Anbieter von Musikshops im Internet aufgefordert, ihre geschlossenen Systeme zu öffnen. Dadurch soll den Verbrauchern freie Hand bei der Auswahl ihrer Musik-Player gegeben werden. Das berichtet die "Financial Times Deutschland". Voraussichtlich Mitte März soll der Entwurf auf der Konferenz der europäischen Verbraucherschutzminister beraten werden.

Apple wehrt sich

Apple-Chef Steve Jobs versuchte noch vor wenigen Tagen, die Verantwortung für den Einsatz von digitalen Rechten den Musikkonzernen zuzuschreiben. Diese waren in der Vergangenheit Befürworter von DRM-Systemen. Da der unverändert geringe Umsatzanteil den Rückgang beim Verkauf von CDs nicht annähernd kompensieren konnte, scheinen auch die "global Player" der Musikbranche ihre Strategie zu ändern. Einen gegenteiligen Weg will schon in diesem Jahr das Internetportal Yahoo bestreiten. Bei einem Großteil der Musikangebote soll auf Spezialsoftware für die digitale Rechteverwaltung (DRM) verzichtet werden. Im Gespräch ist nach derzeitigen Planungen, mehr als 50 Prozent der Musiktitel ohne DRM anzubieten. Somit wären die bei Yahoo gekauften Musikstücke zu allen Playern kompatibel.

Einschränkungen bei "FairPlay"

Bei iTunes gekaufte Lieder lassen sich bislang nur auf dem iPod abspielen. Bislang wurde die von Apple eingesetzte Software "FairPlay" vor allem von Verbraucherschützen in Skandinavien und Frankreich ins Visier genommen. Die Lizenzierung erlaubt die gleichzeitige Nutzung von heruntergeladenen Musikstücken auf fünf Rechnern und beliebig vielen iPods. Die Titel können beliebig oft auf CD gebrannt werden. Damit fallen die Einschränkungen bei "FairPlay" deutlich geringer aus als beispielsweise bei Musicload von T-Online. Ähnlich beschränkt sind auch die Möglichkeiten des kürzlich von Microsoft gestarteten Musikspielers Zune.

Ungeschützte Werke bei E-Musik und Wippit

Mit gutem Beispiel voran gehen die Internet-Dienste E-Musik und Wippit. Sie vermarkten schon heute ungeschützte Musikdateien von Künstern. Diese müssen jedoch bei unabhängigen Plattenfirmen unter Vertrag stehen. Bleibt abzuwarten, welche Strategie von den Kunden akzeptiert wird.

(Stefan Hagedorn)

Kommentieren Community

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!



Zum Seitenanfang