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AOL-Spamschutz verursacht Mail-Probleme

Update: Stellungnahme von GMX zur Spamfilterproblematik bei über den AOL-Zugang versandten E-Mails.

DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com
AOL will effektiver gegen Spam vorgehen. Schon seit einigen Wochen prüft AOL alle ausgehenden E-Mails auf Spam, Viren, Würmer sowie diverse andere Schlädlinge. Das ist lobenswert, nur laufen die Methoden dabei derzeit etwas unrund.

Problem: Proxy

Der Provider leitet allen für Port 25 (also E-Mail) bestimmten Datenverkehr zwangsweise über einen Proxy. Das gilt auch für User, die über AOL im Internet surfen und zum Beispiel einen Webmailer nutzen: Die von einem Web-Account verschickte Mail wird über den AOL-Proxy geleitet. Das führt zu Problemen. So akzeptieren einige Mail-Provider bei entsprechender Sicherheitsstufe gar keine Daten von solchen Mail-Proxys - die Post landet dann im Nirvana. Oder sie kommt gar nicht erst so weit, denn der AOL-Wächter kassiert einige elektronische Briefe zum Ärger der Kunden gleich ganz ein.

GMX besonders betroffen

Sollte die Prüfung des Spamfilters anhand von bestimmten Merkmalen ein positives Ergebnis haben, wird die E-Mail mit folgender Fehlermeldung abgewiesen: "AOL has identified this mail to be unsolicited bulk email." Gerade GMX-Kunden sind von der Maßnahme betroffen und deshalb auf der Suche nach einer Lösung. Denn selbst wenn AOL die E-Mail selbst nicht abweist, kann sie bei strengen Spamschutzeinstellungen von GMX ganz abgewiesen werden. Löblich ist durchaus, dass AOL die Spambekämpfung mit dieser Maßnahme ernsthaft betreiben will. Immerhin nimmt sich endlich ein großer Provider des massiven Junkmail-Problems an. AOL möchte damit die Verbreitung von Spam aus dem eigenen Netz heraus vermindern. Eine kleine Ankündigung wäre jedoch vielleicht nicht schlecht gewesen: Gerade nicht ganz so versierte AOL-Kunden können mit solch einer Fehlermeldung nicht viel anfangen und bleiben auf ihren E-Mails sitzen.

Empfehlung von AOL

AOL rät bei Problemen dazu, den SMTP-Port im E-Mail-Klienten auf 587 (Message Submission nach RFC 2476) festzulegen. Das wird aber nicht von jedem Mailserver unterstützt. GMX-Kunden haben allerdings Glück und können darüber ihre E-Mails absetzen, denn dieser Port wird nicht zwangsweise durch einen Proxy gefiltert. Alternativ kann auf die SSL-Verschlüsselung von SMTP via Port 465 zurückgegriffen werden. Die Nutzung von SMTP-Auth (Kennwortauthentifizierung beim Versenden von E-Mails) kann übrigens nie schaden.

Update: Statement von GMX

Marc Kast, Pressesprecher von GMX, ließ uns heute eine Stellungnahme zur Spamfilterproblematik zukommen. Anscheinend hat GMX die Lösung des Problems bereits selbst in die Hand genommen. Betroffen seien User, die über AOL ins Internet gehen, ihren Mailaccount bei einem anderen Provider (z.B. GMX) haben und einen Mailclient verwenden. "Wenn diese von ihrem Mailclient aus eine Mail versenden, wird die Verbindung (SMTP-Port 25) über einen AOL-Server zwangsumgeleitet, der die Mail prüft und dann weiterschickt. Das bedeutet, dass bei uns von einem AOL-Server eine Mail mit einem GMX-Absender zum Weiterversand eingeliefert wird, was normalerweise nicht geht", so Marc Kast.

Weiter heißt es vonseiten GMX: "Wir haben das Problem seit Mittwoch vergangener Woche dadurch gelöst, dass der betreffende AOL-Server bei uns auf einer Whitelist steht. Um zu verhindern, dass die Mail von AOL gefiltert wird, können die Kunden auf den alternativen SMTP-Port 587 wechseln, der von GMX unterstützt wird."

(Tobias Capangil)

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