News

AOL-Interview : "Wir haben ein gutes Produkt!"

Internet© Anterovium / Fotolia.com
Gestern noch bierselig vor der Herrentoilette, jetzt kaffeebeschwipst im firmeneigenen Konferenzzimmer. Onlinekosten.de setzt fort, was auf der CeBIT-Party begann: die Interview-Serie mit AOL-Pressesprecher Jens Nordlohne. Alles über "den besten Döner westlich des Urals", die neue Software und die neuen AOL-Werbepartner...

(Gut, wir sind eingeladen worden, die Häppchen waren auch nett - aber fangen wir einfach mal frech an...)

onlinekosten.de: Herr Nordlohne, warum eigentlich dieses ganze Brimborium um Ihre neue Software?
Nordlohne (grinst): Wir glauben, nun ein Produkt auf den Markt gebracht zu haben, mit dem wir uns mehr als sehen lassen können.
onlinekosten.de: Warum?
Nordlohne: Weil’s qualitativ einen enormen Sprung gemacht hat. Weil’s in puncto Service und Sicherheit für den User mehr bringt. Und wir in weiten Bereichen dort einen Meilenstein setzen wollen.

onlinekosten.de: Drei Gründe, warum ich zu AOL gehen soll?
Nordlohne: Schneller Internetzugang, super Service und Sicherheit, exklusiver Inhalt ohne Zusatzkosten.
onlinekosten.de: Heißt konkret?
Nordlohne: …dass wir in unserem DSL-Angebot eine schnellere Datenübertragung anbieten als unsere Mitbewerber, sofern sie auf das TDSL-Angebot der Telekom aufsetzen. Dass wir Nutzern mit unserem Sicherheitspaket inklusive G Data-Virenschutz, Dialer-Warner, Spam-Filter und Kindersicherung einen Rundum-Schutz für das Surfen im Internet bieten. Dass wir unseren Kunden Inhalte aufgrund unserer Partnerschaft mit Time Warner zum Teil schon früher präsentieren können als sie allgemein veröffentlicht werden. (Schön, Eingangstest bestanden, verdammt selbstsicher die Jungs hier - ärgern wir sie mit ihrem schärfsten Konkurrenten...)

onlinekosten.de: Freenet hat Sie letztens in puncto Kundenmasse von Platz zwei auf Platz drei verdrängt. Wie wollen Sie den Leuten klarmachen, dass Sie nicht nur das angeblich beste Produkt haben. Sondern, dass Sie auch ein Unternehmen sind, mit dem man sich identifizieren kann?
Nordlohne: Wir haben mehr als 2,6 Millionen Mitglieder. Von denen wissen wir, dass Sie unseren Dienst auch nutzen. Jeder der jetzt AOL auch mit der neuen Software ausprobiert, wird feststellen, dass etwaige Vorurteile absolut revidiert werden müssen. Weil wir, was Performance, Inhalte und Service angeht, ganz weit vorne sind.
onlinekosten.de: Freenet macht’s mit frech und sexy. Wie schafft AOL die Identifikation der potentiellen User mit dem Unternehmen?
Nordlohne: Ich glaube, dass ein User sich immer mit einem guten Produkt identifizieren will. Und wir haben ein gutes Produkt.

onlinekosten.de: Meinen Sie nicht, dass Freenet gerade durch ihre offensive, aggressive Marketing-Kampagne den Kundenzuwachs bekommen haben?
Nordlohne: Ein Kundenzuwachs durch eine gute Marketingoffensive ist mir sehr lieb. Noch lieber ist mir eine gute Marketingoffensive und ein gutes Produkt – das ist das, was AOL liefert.

(Chapeau, Chapeau! Geschickt gesetzt das PR-Bild im Kopf: Freenet hat also trotz guter Marketingoffensive kein gutes Produkt?)

onlinekosten.de: Auf welche Kunden zielen Sie ab?
Nordlohne (grinst): Wir freuen uns über jeden Kunden.
(Gelächter im Raum: Aber Herr Nordlohne, doch nicht schon wieder die alte PR-Phrase...)
Nordlohne: Nein ganz klar: Der private Internetnutzer steht bei uns im Mittelpunkt.
onlinekosten.de: Was ist der private Internetnutzer?
Nordlohne: Das Gegenteil vom professionellen Internetnutzer. Für den haben wir zwar auch Lösungen, aber im Fokus stehen die Menschen, die einen guten, schnellen Internetzugang, die Unterhaltung, die Informationen haben wollen. Das sind die Menschen, die bei uns im Mittelpunkt stehen. onlinekosten.de: Stimmt das: AOL = Internet für DAUs?
Nordlohne (irritiert): Was bitte..?
onlinekosten.de: DAUs – dümmste anzunehmende User. Meint: ist AOL Internet für Newbies oder weniger computeraffine, Pros?
Nordlohne: Wer dieser Meinung ist, hat 8.0 noch nicht getestet oder pflegt längst überholte Vorurteile. AOL ist der ideale Provider für jeden, der einen schnellen Zugang haben möchte. Wir stellen gerade fest, dass vermehrt Gamer AOL als Internetzugang nutzen – einfach, weil die Pingraten so fantastisch sind.

onlinekosten.de: Sie erwecken den Eindruck: Jetzt wird alles besser! Da muss ja in der Vergangenheit was nicht ganz gestimmt haben. Das haben wir ja auch im Management gesehen, dass da Veränderungen stattfanden. Was hat AOL in der Vergangenheit falsch gemacht?
Nordlohne (schmunzelt): Jetzt wieder ein Spruch, den Sie kennen: Wir gucken natürlich nach vorne! Wir lernen aus der Vergangenheit, wir lernen aus Fehlern und adaptieren aus der Vergangenheit, um die Zukunft zu verbessern. Wir haben jetzt noch mehr den Kunden in den Mittelpunkt gestellt. Wenn es vielleicht in der Vergangenheit so aussah, als ob wir versucht haben, den Kunden auf Produkte aufmerksam zu machen, die wir schon gebaut hatten, ist es jetzt so, dass wir uns ganz genau angucken, wo der Kunde eigentlich hin will. Und wo er hin will, da bauen wir was drum herum für ihn.

onlinekosten.de: Im letzen Interview sagten Sie, die Werbepartnerschaft mit Besenkammer-Becker sei weiterhin langfristig angelegt. Gesehen haben wir ihn bei AOL aber nach dem Samenraub nicht mehr. Jüngst hat AOL das Vertragsverhältnis gekündigt. Becker also definitiv nicht mehr tragbar?
Nordlohne: Die Partnerschaft war durchaus erfolgreich und lief fristgemäß aus. Herrn Becker und AOL verbindet nach wie vor eine Freundschaft.
onlinekosten.de: Wer sind jetzt die neuen?
Nordlohne: Hans Werner Olm, Rüdiger Hoffmann und Kaya Yanar erleben gerade, dass mit AOL alles besser wird. Bei den Dreharbeiten zu den Spots hat sich die Crew schlappgelacht onlinekosten.de: Nochmals letztes Interview. Sie versprachen mir damals ein T-Shirt. Hab' ich nie bekommen – wie sieht’s damit aus?
Nordlohne (ein wenig hilflos): Ääääh, Schweigen wird wohl jetzt gedruckt (Gelächter - ja, stimmt genau). Noch mal Schweigen wird jetzt gedruckt. Er überlegt, wen er dafür verantwortlich machen kann, wird jetzt gedruckt. - Ich gelobe Besserung und versorge Sie gleich mit einer tollen Uhr - vorausgesetzt Sie geben mir diesmal die richtige Adresse.
onlinekosten.de: Danke wird jetzt gedruckt... Ihr Peinlichster Supergau noch mal?
Nordlohne: Nein, das bleibt ein Geheimnis, das nehme ich mit ins Grab oder in meine Memoiren.

(Gut, dann eben nochmal: Schweigen wird jetzt gedruckt)

onlinekosten.de: Ärger bekommen wegen des letzten Interviews?
Nordlohne: Nein überhaupt nicht, es entspricht dem AOL-Geist, in jeder Situation flexibel zu sein.
onlinekosten.de: Haha, billige Plattitüde wird jetzt gedruckt!
onlinekosten.de: War das nicht auch AOL, die Tauschbörsennutzer abmahnten?
Nordlohne: Interessanter Punkt: Wir haben klare Nutzungsbedingungen, die jedes Mitglied mit dem Abschluss seines Vertrages akzeptiert. Darin steht, dass keine Copyrightverletzungen erlaubt sind. Wir sind dazu verpflichtet, in dem Moment, wo wir darauf hingewiesen werden, dass gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen wird, zu handeln. Und genau das haben wir gemacht. Wir haben die betreffenden Mitglieder aufgefordert, Copyrightverletzungen zu unterlassen, da es ansonsten Konsequenzen geben könnte.

onlinekosten.de: Persönliche Meinung zum Filesharing: Kavaliersdelikt oder ethisch verwerfliches Tun?
Nordlohne: Legales Filesharing ist klasse. Ein Copyrightverstoß ist jedoch ein Straftatbestand. Und das glaube ich, muss sich jeder Mal vor Augen halten.
onlinekosten.de: Noch niemals was bei KazaA gezogen?
Nordlohne: Noch niemals.
onlinekosten.de: Immer noch Stammkunde beim Dönerladen um die Ecke?
Nordlohne: Ja.
onlinekosten.de: Schon mal sich jemand im Unternehmen über miesen Atem beschwert?
Nordlohne: (grinst) Da ich in einer Abteilung arbeite, in der Knofi-Genuß nichts Seltenes ist, halten sich auch die Beschwerden in Grenzen.
onlinekosten.de: Führen Sie uns hin!

Auch im nüchternen Zustand: Mal wieder nicht schlecht geschlagen, der Herr Nordlohne. Doch die wirklichen Schmankerln sollten noch kommen. Denn wir haben Nordlohne tatsächlich genötigt, uns zum "besten Döner westlich des Urals" zu begleiten - auf der Reeperbahn, direkt neben Topless-Bars und anderen erotischen Auslaufmöglichkeiten. Den Bericht nebst Skandal-Bildern vom kräftig zubeißenden AOL-Mann gibt's demnächst - es sei denn... Nun ja, Herr Nordlohne, Sie kennen ja unsere Kontonummer... ;-)

(Alex Leinhos)

Kommentieren Community

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!



Zum Seitenanfang