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Angetouched: Die Office 2013 Preview

Das neue Office soll vernetzt und touch-freundlich sein: Wir haben die Preview-Version von Office 2013 auf einem Touchscreen-Notebook ausprobiert – und waren überrascht.

Datenaustausch© violetkaipa / Fotolia.com

Anlässlich der Ankündigung von Office 2013 am Montag stellte Microsoft eine "Customer Preview" ins Netz, die kostenlos und unverbindlich einen Vorgeschmack auf die nächste Version der Büro-Software gibt. Das neue Office soll sich wie Windows 8 nicht nur mit Tastatur und Maus bedienen lassen, sondern auch auf Touchscreen-Geräte zugeschnitten sein. Wir haben die Vorschau daher auf einem Laptop mit Touchscreen ausprobiert.

Verschiedene Office-Versionen

Mit der auf der Microsoft-Website gratis zum Download zur Verfügung gestellten Preview können Interessierte die Varianten Small Business Premium, ProPlus, Enterprise und die Endkundenausgabe Office 365 Home Premium austesten. Diese enthält Word, PowerPoint, Excel, Access, OneNote, Publisher und OneNote, die Business-Ausgaben außerdem den Messenger Lync und Videokonferenzen.

PDF-Dokumente bearbeiten, in der Cloud speichern

Microsoft hat seine Office-Suite zunächst optisch erneuert und farblich an das Metro-Design von Windows 8 angepasst. Unter der Oberfläche geht es vor allem um Vernetzung und die Cloud. Die Einbindung der Sozialen Netzwerke ist in der Preview schon zu sehen: Anwender können Fotos von Flickr sowie Videos aus YouTube einfügen und die vernetzten Kontakte werden in der People Card gesammelt, aus der nicht nur Adressdaten, sondern auch Status-Updates aus Facebook und LinkedIn ersichtlich sind. Anrufe sollen über Skype geführt werden können. Ebenfalls neu: Online-Videos lassen sich direkt in der Anwendung, zum Beispiel in Word, ansehen, außerdem PDF-Dokumente öffnen und bearbeiten. Beides klappte in unserem Test problemlos.

Als Speicherort der Zukunft hat Microsoft seine Online-Festplatte SkyDrive vorgesehen, auf der die Dokumente standardmäßig abgelegt werden sollen. Offline vorgenommene Änderungen werden synchronisiert, sobald der Nutzer wieder eine Internetverbindung hat. Auch Office selbst kann in die Cloud verlagert werden. Per Abo lassen sich dann online alle gewohnten Funktionen nutzen. Der Cloud-Ansatz kommt vor allem mobilen Nutzern zugute, die von verschiedenen Geräten aus auf ihre Daten zugreifen möchten.

Zu dezenter Touch-Modus

Zu den größten Neuerungen in Office 2013 zählt die Touch-Ausrichtung. Hierzu verbirgt sich in den einzelnen Programmbestandteilen der Menüpunkt Touch Mode, der sich für einen schnelleren Zugriff an die Menüleiste pinnen lässt. Per Klick auf das Kreis-Symbol lässt sich dann zwischen der herkömmlichen und der Touch-Version umschalten. Wer große Unterschiede zwischen den zwei Benutzeroberflächen erwartet und auf eine Metro-Optik hofft, wird enttäuscht sein. Der Touch-Modus sorgt in erster Linie dafür, dass sich die einzelnen Menüpunkte und Auswahlbereiche mehr Freiraum verschaffen. So lassen sie sich besser mit dem Finger treffen, versehentliches Antippen der Nachbarsymbole wird gemindert. Das konnten wir auch mit dem Test-Notebook mit Touchscreen nachvollziehen, das mit Windows 7 läuft.

Mit dem vereinfachten Auswählen von Elementen ist es aber nicht getan. Die Stellen, an denen es hakt, sind Dinge wie die fummeligen Schließen-Symbole, zu kleine Dialog-Schaltflächen oder Pfeile in Auswahlmenüs. Und genau dort konnten wir in der Preview kaum Verbesserungen erkennen. Zwar ändert sich hier und da die Anordnung von einzelnen Punkten, deren Auswahl wird jedoch nicht unbedingt erleichtert. Pfeile zum Anpassen von Schriftart und -Größe bleiben klein, Alternativen wie Rädchen zum Einstellen wie sie Apple in Pages für das iPad bietet, gibt es nicht. Gelungen sind die Blätter-Ansicht, in der mehrseitige Dokumente auf Tablets mit einer seitlichen Wischbewegungen wie E-Books gelesen werden können, und darüber hinaus die Vollbild-Anzeige, die die Konzentration auf das Wesentliche lenkt und Bedienelemente versteckt. Schön gelöst hat Microsoft beispielsweise auch das Zoomen in Outlook: Wer im Kalender ein Datum mit zwei Fingern vergrößert, landet in der Tagesansicht.

Kein Paradebeispiel für eine Touch-Software

Der erste Blick auf das neue Office weckt gemischte Gefühle, auch wenn noch kein voreiliges Urteil gefällt werden sollte. Vielmehr bleibt abzuwarten, wie sich das fertiggestellte Programm auf Windows-8-Tablets anfühlen wird. Unser Test-Laptop unterstützt nur Touch-Gesten mit zwei Fingern und hier und da zeigte sich, dass das Zusammenspiel mit der Office-Preview nicht rund lief: Bilder ließen sich nicht per Drag&Drop verschieben und auch nicht drehen – das sollte aber in der finalen Version möglich sein.

Zudem wirkten die Programmpunkte bei einer Auflösung von 1.366x768 Bildpunkten auf 11,6 Zoll arg klein. Daran wird sich aber unter Windows 8 nichts ändern, wie aus Microsofts Produktvideo zu Office hervorgeht. Insgesamt vermittelt die Preview den Eindruck, dass auch das neue Office am besten mit einem Stift und nicht mit den Fingern bedient wird, auch wenn es unbestreitbar modern und aufgeräumt aussieht.

Nicht für XP und Vista

Wer sich selbst ein Bild von der Vorschauversion machen möchte, kann die Preview auf bis zu fünf Computer installieren, passend zur 32- oder 64-bit-Version von Windows, wobei Microsoft generell Erstere empfiehlt. Als Programmsprache sind bislang nur Englisch und Spanisch wählbar.

Die Voraussetzungen: eine Windows Live ID und ein PC mit Windows 7 oder der Vorabversion von Windows 8. Windows XP und Vista schließen die Redmonder explizit aus und Office für Mac lässt noch bis zur Veröffentlichung der finalen Office-Version im Herbst auf sich warten. Der Rechner muss über einen Prozessor mit mindestens 1 Gigahertz Taktrate und 1 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher beziehungsweise 2 GB für Windows 64-bit verfügen, ein Grafikchip mit DirectX-10-Unterstützung ist nur für die Hardwarebeschleunigung vonnöten.

Die Preview ist laut Microsoft bis zum 30. Juni des kommenden Jahres nutzbar. An diesem Stichtag soll sie auslaufen, sodass unter Umständen auch die Zugriffsmöglichkeit auf gespeicherte Daten endet. Aus den Nutzungsbedingungen, die sich Microsoft im Vorfeld der Installation bestätigen lässt, geht hervor, dass im Falle eines Fehlers automatisch entsprechende Berichte an den Hersteller gesendet werden. Auch Updates werden ohne Zutun des Nutzers automatisch ausgeführt.

(Saskia Brintrup)

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