Flash-Speicher

Speicherkarten: SD-Karte & Co. im Überblick

Speicherkarten sind eine tolle Erfindung: Sie speichern oft riesige Datenmengen auf winziger Fläche. Doch es gibt eine verwirrende Anzahl von Speicherkarten-Typen, deren Vor- und Nachteile im folgenden Ratgeber einmal genau unter die Lupe genommen werden.

Speicherkarten© djama / Fotolia.com

Speicherkarten in zahlreichen Bauformen

Es gibt Speicherkarten in allen möglichen Bauformen: Von der winzigen Mini-SD-Karte für Handys, Smartphones und Tablet PC Geräte über Memory Stick und SD-Karte für kompakte Digitalkameras bis hin zur vergleichsweise klobigen Compact-Flash-Karte für digitale Profi-Kameras. Sie unterscheiden sich hauptsächlich in der Speichergröße sowie in der Datensicherheit.

Die Basis aller Speicherkarten ist der Flash-Speicher. Flash-Speicher haben gegenüber RAM – also Arbeitsspeicher, wie er in jedem PC zu finden ist – den Vorteil, dass sie ihre Daten behalten, auch wenn der Strom abgeschaltet wird. Ihr Nachteil ist die im Vergleich zu Arbeitsspeicher geringe Geschwindigkeit. Da sie jedoch wie Laufwerke benutzt werden, sind so hohe Geschwindigkeiten wie bei RAM überhaupt nicht nötig. Wichtiger ist, dass die Daten zuverlässig gespeichert werden.

Wie schnell ist die Speicherkarte?

Gemessen wird die Geschwindigkeit einer Speicherkarte anhand der typischen Lesegeschwindigkeit eines CD-ROM-Laufwerks mit einfacher Geschwindigkeit. Diese Geschwindigkeit liegt bei 150 Kilobyte pro Sekunde. Die Geschwindigkeit einer Speicherkarte ist also identisch mit der eines CD-ROM-Laufwerks. Wird eine Speicherkarte beispielsweise mit "50x" beschriftet, bedeutet das, dass es sich um eine Karte handelt, die so schnell ist wie ein CD-ROM-Laufwerke mit 50-facher Geschwindigkeit.

Allerdings gibt es hier Unterschiede: Manche Hersteller legen die Lesegeschwindigkeit zugrunde, andere die Schreibgeschwindigkeit und wieder andere die Gesamtgeschwindigkeit, die aus Lese- und Schreibgeschwindigkeit berechnet wurde. Für den Einsatz in Digitalkameras und als Speichermedium ist jedoch vor allen Dingen die Schreibgeschwindigkeit relevant. Sie entscheidet, welche Datenmenge pro Sekunde auf der Karte gespeichert werden kann und damit nicht selten auch über die absolute Geschwindigkeit der Kamera.

Rückblick auf die Anfangszeit der Speicherkarten

Ursprünglich wurden Speicherkarten in zwei Typen gegliedert: Solche mit eigenem Controller und solche ohne. Anfangs gab es nur die Smart-Media-Karte und die Compact Flash-Karte (CF). Während die in einem robusten Gehäuse verpackte CF-Card einen eigenen Controller mitbringt und sich wie eine Festplatte verhält, ist die Multimedia Card (MMC) optisch einer großen Handy-SIM-Karte ähnlich. Der Chip liegt samt Kontakten offen und ist entsprechend anfällig für Datenverlust. Der Vorteil der Smart Media Karte gegenüber der Compact Flash Karte war einzig der wesentlich niedrigere Preis aufgrund des einfacheren Konstruktionsprinzips.

Diese Tatsache teilte die Welt der digitalen Geräte in zwei Teile: Consumer-Geräte und Profi-Geräte. Während die ersten Consumer-Digitalkameras durchgehend Smart Media nutzten, waren Profi-Kameras von Anfang an mit Compact-Flash-Karten ausgerüstet.

Der Veteran: Compact Flash

Die Compact-Flash-Karte ist nicht nur einer der ältesten, sondern auch einer der sperrigsten Kartentypen. Dennoch erfreute sie sich höchster Beliebtheit, besonders in Profi-Geräten. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen: Einerseits sind Profi-Digitalkameras und digitale Spiegelreflex-Kameras nicht so kompakt, dass Platz gespart werden müsste. Andererseits sind die Karten die absoluten Vorreiter in Datensicherheit: Sie stecken meist in einem Metallgehäuse, sind unanfällig gegen physische Gewalt und Umwelteinflüsse, weil ihre Kontakte geschützt sind. Dennoch wurde die Compact-Flash-Card größtenteils durch die SecureDigital Card (SD) abgelöst, die deutlich kleiner ist. Mit einem Adapter lassen sich SD-Karten und MMC aber auch in Compact-Flash-Laufwerken nutzen. Der Compact-Flash-Standard ist sowohl zum IDE- als auch zum PCMCIA-Standard kompatibel, weshalb die Karten mit entsprechenden Adaptern recht einfach anstelle einer Festplatte eingesetzt werden können, wo kein Platz für eine Festplatte ist.

Cousin Festplatte: Das Microdrive

Da zur Anfangszeit der Speicherkarten Flashspeicher noch teuer war, setzte sich in Bereichen, in denen viel Speicher benötigt wurde, das so genannte Microdrive durch – eine winzige Festplatte in einer Compact-Flash-Karte. Der Vorteil des Micro Drives war das verbesserte Preis-Leistungsverhältnis. Das wurde jedoch teuer erkauft: Da sich im Microdrive mit der Festplatte auch mechanische Teile befinden, war es bei weitem nicht so robust und datensicher wie eine Karte auf Flashspeicher-Basis. Es eignete sich daher nur dort, wo Wert auf hohe Kapazitäten gelegt wurde, ohne dass die Karte schweren physikalischen Belastungen ausgesetzt war, etwa in Fotostudios. Da Flashspeicher mit der Zeit aber immer günstiger wurde, entfiel der Preisvorteil für das Microdrive.

Multimediacard und MMC micro

Mit der verbesserten Leistungsfähigkeit elektronischer Geräte wurden kompakte Karten mit eingebautem Controller notwendig. Compact-Flash-Karten verschwenden in Handys und ultrakompakten Kameras zu viel Platz, weshalb eine Alternative benötigt wurde. Diese ist groß wie eine Briefmarke und ist sehr flach. Ihr Name: Multimedia Card, kurz MMC. Ihr Vorzug gegenüber der Smart Media Card ist der Schutz durch ein Plastikgehäuse. Gegenüber der Compact-Flash-Karte ist sie jedoch immer noch gefährdet: Sie lässt sich vergleichsweise einfach knicken und die Kontakte liegen ebenfalls frei. Ihre Baugröße verhalf der Multimediacard jedoch, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen. In Sachen Geschwindigkeit steht sie der Compact-Flash-Karte in nichts nach, ist jedoch auf den Speicherplatz gerechnet teurer. Für kleinere Geräte wie Mobiltelefone wurde zudem das Format Reduced Size Multimedia Card, kurz RS-MMC, entwickelt. Später folgte mit der Multimedia Card micro eine noch kleinere Version für Handys und Digitalkameras.

Thronfolger SD-Card

Die Secure Digital Card, kurz SD-Card, ist eine direkte Weiterentwicklung der MMC. Sie ist nicht ganz so flach, verfügt dafür aber über einen kleinen Schieber für den Schreibschutz, wie es zum Beispiel bei Disketten üblich ist, sowie ein eingebautes Rechtemanagement. Das Rechtemanagement erlaubt es theoretisch, SD-Karten als Verkaufs-Datenträger einzusetzen oder digitale Inhalte auf ihnen sicher zu schützen. Die SD-Karte ist voll kompatibel zur MMC, ihre geringfügig höhere Bauform verhindert jedoch den Einsatz von SD-Karten in Geräten, die ausschließlich für MMCs ausgelegt sind. Multimedia Cards passen hingegen immer in Geräte mit SD-Kartenslot. Gegenüber der MMC ist die SD-Karte etwas teurer, was auf ihre höhere technische Komplexität zurückzuführen ist.

SDHC, SDXC, miniSD und microSD

Die SD-Karte ist inzwischen der beliebteste Speicherkarten Typ und als SDHC (SD High Capacity) und SDXC (SD Extended Capacity) mit höheren Kapazitäten erhältlich. Während der Speicherplatz immer weiter wächst, werden technische Geräte gerne kleiner und kleiner. Auch die SD-Karte musste sich mit der miniSD-Card einem Schrumpfkurs unterziehen und verkleinerte sich mit diesem Standard auf die Hälfte der ursprünglichen Größe. Allerdings ist auch dieses Format nicht mehr ganz aktuell, zurzeit genutzt wird das neuere microSD-Format, das noch kleiner ist. Die Mini-Speicherkarten sind mit 15 x 11 x 1 Millimeter nur so groß wie ein Fingernagel und in Smartphones und Handys beliebt – dort kommt es auf jeden Zentimeter an. Um microSD- und SD-Karte einander näher zu bringen, sind im Handel entsprechende Adapter erhältlich. So lässt sich die micro-SD-Karte aus dem Handy im Adapter auch als SD-Karte für die Digicam oder zur Datenübertragung im Kartenleser des Notebooks nutzen.

Memory Stick, MS Pro, Memory Stick Micro und xD Picture Card

Während Smart-Media- und Compact-Flash-Standards von mehreren Unternehmen zusammen entwickelt wurden, schlug der japanische Elektronikriese Sony einen eigenen Weg ein. Mit dem Memory Stick stellt Sony 1998 eine direkte Konkurrenz zur Multimedia Card auf die Beine. Der Memory Stick erinnert an eine längliche Version der SD-Card und hat einen entscheidenden Vorteil: Sony verbaut die Speicherkarten konsequent in Geräten aus dem eigenen Hause. Das bedeutet, dass sämtliche Sony-Geräte, die entsprechenden Speicher benötigen, mit Memory Sticks ausgestattet sind. Da Sonys Kamera- und Unterhaltungstechnik überaus populär ist, schlägt das Unternehmen damit zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits verkauft Sony die eigenen Speicherlösungen, andererseits werden Sony Kunden an die eigenen Geräte gebunden. Allerdings lizenziert Sony den Memory Stick auch an Dritthersteller.

2003 präsentierten Olympus und Fuji einen weiteren Kartentyp: die xD Picture Card. Diese sollte als Nachfolger der Smart Media Card etabliert werden. Anders als die direkte Konkurrenz Memory Stick und SD-Card besitzt die xD-Card keinen eigenen Controller, weshalb sie besonders klein ist. Sie ist nur halb so groß, wie eine herkömmliche SD-Karte. Allerdings wird sie auch nur von Fuji und Olympus verwendet, dort jedoch konsequent. Die xD-Picture Karte gilt als besonders schnell, da der Controller im Gerät und nicht auf der Karte selbst zu finden ist. Allerdings sind aktuelle Geräte kaum in der Lage, diesen Vorteil auszunutzen. Insofern bleibt vom Nimbus der xD-Karte nur die geringere Baugröße übrig, die inzwischen von Karten wie microSD unterschritten wurde. Sie ist teurer als SD-Karten, hat eine maximale Kapazität von acht Gigabyte und ist unvermeidbar beim Kauf einer Kamera von Olympus oder Fuji. Ansonsten sind die xD-Karten jedoch nicht populär.

Fazit: Bei Speicherkarten auf Kompatibilität achten

Die Speicherkarten-Vielfalt teilt die Welt nach Kartentypen. Wer ein Gerät mit einer SD-Card kauft, wird darauf achten, dass auch andere Geräte diesen Kartentyp unterstützen. Ähnlich sieht es bei allen weiteren Kartentypen aus. Durch diese "Insellösungen" ist eine Auflockerung der Speicherkarten-Situation kaum in Sicht. Nach wie vor zeichnet sich jedoch eine klare Tendenz zur SD-Karte in allen Variationen als Speicherkarte der Zukunft für Handys, Kameras und erweiterbare Geräte wie Tablet-PCs und MP3-Player ab.

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