Podcasts
Musik hören© Igor Mojzes / Fotolia.com

Podcasts - Das mobile Offline-Radio

Bei Podcasts handelt es sich meist um privat produzierte Sendungen, die sich mit einem ausgewählten Thema beschäftigen. Es lässt sich aber beobachten, dass zunehmend auch professionell produzierte Podcasts – etwa von Radiosendern – ihren Weg ins Netz finden.

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Der MP3-Player ist heute Offline-Radio und mobiler Fernseher zugleich. Wissenschaftssendungen, Nachrichten, Geschichten aus dem täglichen Leben, Romane, Kurzgeschichten, Ratgeber, Kurse für Fremdsprachen oder auch komplette Uni-Vorlesungen – all dies gibt es heute per Podcasts kostenlos auf die Ohren.

Qualitativ gibt es beim Podcasting große Unterschiede. Während manche Podcasts klingen wie aus einer Blechdose, gibt es auch sehr professionell gesprochene und aufgenommene Sendungen.

iPod + Broadcasting

Die Erfinder der Podcasts sind der ehemalige MTV-Moderator Adam Curry und der Web-Entwickler Dave Winer. Im Jahr 2004 entwickelten sie eine Methode, Audiodateien zeitversetzt in den Speicher von MP3-Playern zu übermitteln und nannten sie Podcasting. Das Kunstwort Podcasting ist eine Mischung aus den Wörtern "iPod" und "Broadcasting" (übersetzt: Rundfunk). Der klare Vorteil beim Podcasting: Die Nutzer können ihre Lieblingssendungen unterwegs und immer dann hören oder auch sehen, wenn sie es wünschen.

Podcatcher und Podcast-Verzeichnisse

Es gibt Audio- und Videopodcasts, die von den Podcastern erstellt und anschließend mit einem Newsfeed ins Internet gestellt werden. Zum Abonnieren von Podcasts wird ein so genannter "Podcatcher" benötigt - eine spezielle Software, die in regelmäßigen Abständen den Newsfeed auf neue Beiträge überprüft und diese dann auf den heimischen Computer lädt. Von dort aus werden sie - in der Regel per USB-Kabel - auf den MP3-Player übermittelt. Neuere Multimedia-Player unterstützen auch eine drahtlose Übertragung, wie etwa Microsofts "Zune".

Einen Podcast erstellen

Einen eigenen Podcast zu erstellen ist relativ einfach. Ein angehender Podcaster braucht dazu im Grunde nur ein Mikrofon und einen Computer. Wer das Ganze etwas professioneller angehen möchte, besorgt sich dazu noch ein einfaches Mischpult und Software zum Bearbeiten der Audio-Dateien. Die Audio-Dateien werden auf einen Server gelegt und gleichzeitig in den Newsfeed eingetragen, der auf der Internetseite des Podcasters veröffentlicht und so anderen Internet-Nutzern zugänglich gemacht wird.

Teurer Merkel-Podcast

Auch immer mehr Radio- und Fernsehsender entdecken die neue Kommunikationsmöglichkeit über Podcasts und stellen ganze Sendungen als Podcasts ins Internet. Neben aktuellen Nachrichten gibt es die "Sendung mit der Maus" oder auch das Wissenschaftsmagazin "Quarks & Co" als Videopodcast. Sogar Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht per Videobotschaft regelmäßig zu ihrem Volk. Dabei ist der Merkel-Podcast einer der wohl teuersten Podcasts: Für die vier ersten Folgen von "Die Kanzlerin direkt" zahlte die Bundesregierung 26.000 Euro. Doch was des einen Freud ist, ist des anderen Leid: Besonders Radiosender leiden heute unter der neuen Podcast-Welle und haben mit stetig sinkenden Hörerquoten zu kämpfen.

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