Kaufberatung

MP3-Player kaufen - Ratgeber und Tipps

Der MP3-Player hat es in Zeiten, wo Smartphones (fast) alles können, schwer. Und doch gibt es durchaus Gründe, sich einen der kleinen Musikspieler anzuschaffen. Wir erklären in unserem Ratgeber, worauf man dabei achten sollte, um die richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Kopfhörer© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Seit Ghettoblaster und Walkman oder anders gesagt, seit Ende der 70er Jahre, gibt es Musik auch zum Mitnehmen. In Form kleiner Datenhäppchen wanderten die Musiktitel lange Zeit auf verschiedene MP3-Player. Der erste vollwertige MP3-Player kam 1998 als "Rio Diamond PMP300" auf den Markt, ihren Höhepunkt erreichte die Nachfrage nach den handlichen Musikspeichern 2005 mit 8,4 Millionen verkauften Geräte für insgesamt fast 700 Millionen Euro.

MP3-Player oder Smartphone?

Früher war für den Dauerbetrieb auf Reisen oder langen Zugfahrten ein MP3-Player oft praktischer als ein Handy, da er in den meisten Fällen mehr Speicherplatz bot und auch eine bessere Soundqualität ablieferte. Heutzutage hat sich das MP3-Feature und auch eine Videoabspielfunktion in Handys, Tablets und Smartphones aber geradezu als Standard etabliert, die Akkus halten länger durch und der Speicherplatz lässt sich oftmals per microSD-Karte aufstocken. Ob nun ein Smartphone als Ersatz für eine Digicam, und den MP4-Player herhalten soll oder lieber Einzelgeräte angeschafft werden, ist auch eine Geschmacks- und Preisfrage.

Apple oder Birne?

Ob man sich nun zunächst über die Speichergröße, das Gewicht des Players oder über den Preis an das passende Modell herantastet, ist Geschmackssache. Eines der ersten Kriterien kann auch die Wahl zwischen einem iPod-Taschendudler von Apple oder einem der anderen Hersteller sein. Das Äpfelchen am Gehäuse macht jedoch nicht den einzigen Unterschied.

Apple iPod touchDer wohl bekannteste MP3-Player: iPod© Apple

Wer zu den hübsch designten Playern aus dem kalifornischen Cupertino tendiert, kann sich vom Gedanken, die Dateien einfach per Drag&Drop vom Explorer zum Speicher zu schieben, oder von der Nutzung als Wechseldatenträger schonmal verabschieden. Stattdessen erfolgt der Umweg über die Software iTunes. Was für den einen Nutzer ein Nachteil ist, empfindet der nächste wieder als Vorteil. Schließlich können über iTunes die Musikdateien auch verwaltet und neue Titel gekauft werden. Die Explorer-Verwendung lässt sich mit kostenpflichtigen Programmen von Dritt-Anbietern nachrüsten.

Speicher bequem nachrüsten

Wurde früher noch zwischen Modellen mit Flashspeicher und Playern mit einer herkömmlichen Magnet-Festplatte unterschieden, so sind heutzutage alle modernen MP3-Player mit Flash-Modulen bestückt. Der Nachteil ist, dass Flashspeicher noch immer teurer ist als HDDs. Daher beschränkt sich der ab Werk verfügbare Speicherplatz nicht selten auf wenige Gigabyte (GB). Die aktuellen Exemplare verfügen jedoch häufig über Speicherkarten-Steckplätze, sodass die microSD-Karte vom Handy zum Aufrüsten genutzt werden kann. Wer vor allem Videos speichern möchte und daher mehr Platz benötigt, muss entweder zwischendurch den Datenbestand auswechseln oder tiefer in die Taschen greifen.

Maße und Gewicht

Die Wahl der Speichergröße ist daher eng verknüpft mit der Frage, wozu der MP3-/MP4-Player genau angeschafft werden soll und in welche Form er am liebsten gepresst sein soll. Anfangs hatten viele der Mobil-Musiker USB-Stick-Form und auch direkt einen USB-Stecker. Die heutigen Mediaplayer verbinden sich stattdessen mit einem USB- oder Synchronisationskabel mit dem Rechner. Je nach Funktionsumfang erinnert das Design oftmals an ein Handy ohne Touchscreen-Display und mit Bedientasten oder aber an ein Smartphone, doch auch besonders kleine und leichte Geräte sind weiterhin zu haben.

MP3 PlayerKlein und handlich: iPod shuffle© lionel VALENTI / Fotolia.com

Die ganz kompakten und leichten Musikspieler sind zum Teil kaum größer als ein Ei und richten sich oft gezielt an Sportler. Beispiele aus dieser Größenklasse sind Sonys kleinste Walkman-MP3-Player, die direkt in die Ohrhörer integriert sind, oder der Apple iPod shuffle, der auf die Kernfunktionen reduziert ist. Ein Vorteil der Minis: Sie sind günstig.

Display und Sound

Ihr Nachteil: Wie beim iPod Shuffle fehlt auch bei anderen Minis oft das Display. Da sie nur wenig Speicherplatz und Basis-Funktionen bieten, ist ein Bildschirm auch nicht zwingend erforderlich. Wer sich jedoch nicht auf die Bedienung per Tasten verlassen möchte, greift zum Exemplar mit Bildschirm.

Doch wie groß soll das Display sein? Und muss es ein Touchscreen sein? Wer nur ab und zu ein paar Fotos ansehen möchte oder einfach ein farbiges Menü wünscht, der dürfte mit einem kleinen Display zufrieden. Wer hingegen regelmäßig seine Serien auf dem Player schauen möchte, der kann sich bei Geräten mit Displaygrößen ab 3,5 Zoll und größer umsehen. Zusätzlich zur Größe muss die Auflösung beachtet werden. Je mehr Pixel, desto schärfer die Anzeige. Neue Geräte sind dann auch gleich mit einem Touchscreen bestückt, manche sogar mit einem WLAN-Zugang und einem Mobil-Betriebssystem ausgestattet - wie der iPod touch. Auch Android-Player mit Zugang zu Google Play sind erhältlich. In ihrer Handhabung und ihrem Können durch zahlreiche Apps unterscheiden sie sich kaum noch von einem vollwertigen Smartphone - bis auf die Telefonie und mobiles Internet.

Preis und Lieferumfang

KopfhörerOb In-Ears oder große Ohrhörer - der Nutzer entscheidet.© Oliver Hoffmann / Fotolia.com

Je größer der Bildschirm und der Funktionsumfang, desto höher natürlich auch der Preis. Ein üppig ausgestatteter Touchscreen-Player ist so teuer wie ein Mittelklasse-Smartphone.

Zum Standard-Lieferumfang zählen immer passende Ohrhörer. Generell werden Audiophile ihre Lieblings-Marken-Ohrhörer stets den mitgelieferten Exemplaren des Herstellers vorziehen, da erst diese das volle Potenzial des Soundchips nutzen. Doch auch die mitgelieferten Modelle sind besser geworden und einige Hersteller legen sogar teure Exemplare dazu, die normalerweise einzeln gekauft werden müssen. Ob nun klassische Ohrhörer, gepolsterte In-Ear-Hörer oder wuchtige Kopfhörer vorzuziehen sind, ist eine Geschmacksfrage. In-Ear-Ohrhörer jedenfalls erzeugen zwar einen besonders satten und intensiven Klang, schirmen aber auch Umgebungsgeräusche ab – Vorsicht im Straßenverkehr!

Veränderungen am Klang können per Equalizer vorgenommen werden, auch Bass-Verstärker gehören oft zum Feature-Umfang. Bei kleinen MP3-Playern ohne Display muss der Nutzer aber meistens darauf verzichten. Ein weiteres Sound-Gimmick sind Lautsprecher, die bei größeren Playern zu finden sind.

Formate und Videos

Auch auf die unterstützten Formate sollte ein Blick geworfen werden: Während WAV und MP3 zum Standard zählen, ist nicht immer gesagt, dass auch Dateien in den Formaten OGG, FLAC, AAC und WMA abgespielt werden können. Gerade mit den verlustfreien Audioformaten kommt nicht jeder MP3- oder MP4 Player zurecht.

Bei Videoformaten gibt es zwei Fälle: Entweder der Player akzeptiert anstandslos verschiedenste Videos oder er stört sich entweder am Format oder der Auflösung und bringt daher eine Software mit, die die Clips passend konvertiert. Hier muss der Nutzer die Bereitschaft zur Installation und etwas Geduld mitbringen. Daher am besten darauf achten, welche Formate bei den Lieblingsvideos überwiegen. Gegebenenfalls kann auch eine Software genutzt werden, um das eigene Repertoire vorab in einem Rutsch umzuwandeln. Internetfähige MP3-Player mit App-Zugang können unter Umständen mit einem anderen Mediaplayer nachträglich auf Trab gebracht werden.

Bedienung des MP3-Players

Ob sich der MP3-Player leicht bedienen lässt, kann man auf den ersten Blick natürlich nicht erkennen. Touchscreen-Geräte sind oft besonders intuitiv, für Nutzer, die den Player gerne in der Tasche lassen, aber weniger geeignet. Ob die Menüführung durchdacht ist, zeigt erst ein Praxis-Test im Geschäft oder nach dem Kauf. Auch für die richtige Display-Größe kann man sich häufig erst nach einer persönlichen Begutachtung entscheiden. Bei einer Bestellung im Internet hat der Kunde den Vorteil, den Artikel umtauschen zu können.

Fazit: Der Zweck entscheidet

Musik hörenDas Smartphone ist eine Alternative zum MP3-Player.© Igor Mojzes / Fotolia.com

Im MP3-Player-Markt ist schon fast jede Nische besetzt, was für den Kunden eine immense Anzahl verschiedenster Geräte bedeutet. Daher sollte zunächst die Frage geklärt werden, was der MP3-Player können soll. Wer nur ab und zu etwas Musik hören möchte und nicht über ein Smartphone oder Tablet verfügt, der greift am besten zum günstigen Modell mit wenig Speicherplatz und – je nach Geschmack – auch ohne Display. Diese Geräte sind mit ihrer kompakten Form auch beim Sport verwendbar. Dann müssen nur noch Ohrhörer gefunden werden, die beim Laufen über Stock und Stein auch tatsächlich im Ohr verbleiben.

Wer von allem ein bisschen möchte, entscheidet sich für ein Mittelklasse-Modell mit Videofunktion und kleinerem Display. Besondere Funktionen – wie App-Zugang und WLAN-Empfang – gibt es nur in der höheren Preisklasse, die dann auch größere Bildschirme beziehungsweise Touchscreens spendiert. Doch gerade hier ist abzuwägen, ob sich nicht doch eher ein neues Smartphone lohnt.

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