High Definition (HD)
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High Definition: HDTV, Full HD & Co.

Nach und nach verdrängen flache Fernseher mit HD-Ready-Logo auch den letzten klobigen Röhrenfernseher aus dem Wohnzimmer. Trotzdem wird der hochauflösende Standard bisher noch nicht überall ausgenutzt. Was benötigt man für HD?

Um in den Genuss von High Definition auf dem Fernseher zu kommen, benötigt der Nutzer drei Dinge: einen HD-fähigen Fernseher, HD-Videos oder HDTV und passende Zusatz-Hardware wie einen HD-Receiver (gibt es auch als integrierte Lösung) oder einen Blu-ray-Player. Die erste Voraussetzung ist ein Fernseher mit dem HD-Ready-Logo. Die Mindestanforderung für HD-Inhalte ist eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln, also 1.280 horizontale und 720 vertikale Zeilen. Ein für High Definition nötiger HDMI-Anschluss gehört ebenfalls dazu. Die Darstellung erfolgt im Vollbildverfahren (progressive), daher lässt sich auch oft die Bezeichnung 720p lesen.

Nahtloser Übergang zu Stufe 2: HD Ready 1080p

Die nächste Stufe bilden Fernseher mit so genanntem HD Ready 1080p. Diese Geräte bieten eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln im Vollbild-Modus. Ob sich nun besser 1.280 x 720 Bildpunkte oder 1.920 x 1.080 auf der Bildfläche versammeln sollten, hängt insbesondere von der Displaygröße ab. Ein 20-Zöller mit einer solchen Pixelfülle macht - ebenso wie ein Notebook - wenig Sinn, zumal der Zuschauer dann recht nah vor dem Gerät sitzen würde. Wirklich empfehlenswert ist die höhere Auflösung erst bei großen Fernsehgeräten ab 94 cm, was 37 Zoll entspricht.

Full HD, True HD...

Vorsicht vor vermeintlichen Normen wie Full HD oder True HD: Diese sind reine Blender - Marketing-Erfindungen der Hersteller und keine offiziellen Standards von Digitaleurope, einer Vereinigung, in der sich 62 international tätige Unternehmen aus dem IT- und Consumer-Electronics-Markt zusammengeschlossen haben. Bis zum Frühjahr 2009 nannte sich die Interessenvertretung noch EICTA (European Information, Communications and Consumer Electronics Technology Industry Associations). Full HD zum Beispiel sagt nur aus, dass das Display eine maximale Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln besitzt, jedoch nicht, ob die Bilder im Vollbildverfahren (progressive) oder im Halbbildverfahren (interlaced) dargestellt werden. Das Vollbildverfahren bietet eine ruhigere Darstellung. Auch der Begriff 1080p Input ist mehr als irreführend: Der Fernseher versteht zwar die hohe Auflösung, die beispielsweise von einem Blu-ray Film geliefert wird, kann diese aber in aller Regel nicht darstellen, die Wiedergabe erfolgt in 720p.

Receiver im Fernsehgerät oder extern?

Soll der Fernseher HD-Inhalte von der Festplatte, aus Online-Videotheken wie maxdome oder videoload oder aber von Blu-ray-Discs ausgeben, sind die gröbsten Kriterien abgearbeitet. Wer HDTV nutzen möchte, muss weitere Überlegungen anstellen, denn: Ob nun via Kabel, Satellit oder IPTV – der Zuschauer benötigt einen HDTV-Receiver, um das Programm auf seinem Fernseher anzeigen zu können. Ein HD-tauglicher Receiver lässt sich am offiziellen HDTV -Siegel erkennen, was sicherstellt, dass 720p- und 1080p-Signale verarbeitet werden können. Soll kein zusätzliches Gerät im Wohnzimmerschrank stehen, muss das Empfangsteil im Fernseher eingebaut sein und sich mit der Übertragungstechnik verstehen. Entscheidend ist daher die in den eigenen vier Wänden verwendete DVB-Art. Viele Fernseher setzen aber auf mehrere Tuner parallel. Ganz auf Nummer sicher geht, wer auf das Logo HDTV 1080p achtet: Damit ist garantiert, dass der Fernseher hochauflösende TV-Bilder empfangen und dekodieren kann, aber zusätzlich noch in der Lage ist, die volle HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln darzustellen.

HD aus dem All: HD Plus (HD+)

Via Satellit ist eine flächendeckende HD-Versorgung möglich. Der Anbieter Astra bietet mit HD Plus / HD+ eine kostenpflichtige Plattform an. Um HD+ empfangen zu können, ist entweder ein HD+-Receiver mit einer HD+-Karte oder aber ein HD-Receiver mit CI-Slot erforderlich, der mit Hilfe eines Moduls die HD+-Karte lesen könnte. CI steht für Common Interface und bezeichnet eine Schnittstelle zur Entschlüsselung. Der Kunde benötigt für den Empfang von verschlüsselten Kanälen ein CI-Modul, das zusammen mit der Smartcard in den CI-Schacht gesteckt wird. Über das CI werden die Signale entschlüsselt und unverschlüsselt an den Fernseher und auch an einen eventuell vorhandenen Festplatten-Rekorder übertragen und aufgezeichnet. CI-Plus ist die Weiterentwicklung, die im Gegensatz zum Vorgänger über eine Rückverschlüsselung verfügt.

Kauf vor Ort oder online?

Bei der Auswahl des Fernsehers empfiehlt es sich, die Geräte beim Händler vor Ort anzuschauen und sich dann ein Urteil zu bilden. Von hochauflösenden HD-Präsentationsvideos darf man sich nicht täuschen lassen, zur Beurteilung der Bildqualität sollte ebenso ein "normales" TV-Bild herangezogen werden. Wer lieber online bestellt, kann auf das 14-tägige Rückgaberecht des Fernabsatzgesetzes zurückgreifen und sich den Fernseher zum ausgiebigen Testen nach Hause holen. Bei der verwendeten Technik sind LCD und Plasma zu unterscheiden.

Alternative: PC auf Blu-ray aufrüsten

Wer HD ohne teures HD-Sender-Abo und ohne extra HD-Receiver erleben will, kann auf Videos oder Blu-ray-Discs zurückgreifen. Wer kein meterlanges Kabel vom PC im Arbeitszimmer zum Fernseher ins Wohnzimmer verlegen oder direkt am Computer schauen möchte, wählt entweder einen separaten HTPC (Home Theater PC), einen Blu-ray-Nettop oder - ganz einfach - einem Standalone-Player.

Die Alternative heißt "Blu-ray im Eigenbau": Da sich Rechner als Multimedia-Zentrale bewährt haben, ist es nur konsequent, sie mit einem Blu-ray Combo-Laufwerk zu erweitern. Entsprechende Geräte gibt es im Fachhandel.

Da viele LCD- oder Plasma-Fernseher im Gegensatz zu PC-Monitoren keinen DVI-Eingang besitzen, ist ein entsprechendes Kabel oder ein Adapter von DVI-D auf HDMI nötig, um Grafikkarte und Fernseher miteinander zu verbinden. Steht der Rechner nicht im Wohnzimmer, auch kein Problem: Die maximale Länge der Kabel beträgt zur Zeit etwa 20 bis 25 Meter.

Lohnt sich die Investition überhaupt?

Einige behaupten felsenfest, keinen Unterschied zwischen Filmen oder Fernsehinhalten in herkömmlicher Auflösung und HD zu erkennen. Im direkten Vergleich wirkt ein HD-Film auch aus einer Entfernung von drei bis vier Metern deutlich schärfer, sprich, es sind mehr Details sichtbar. Wie deutlich der tatsächliche Unterschied ausfällt, hängt auch von der verwendeten Hardware ab. Alleine die Pixelfülle verbessert aber bereits die Bildqualität. Die über das Fernsehen empfangbare PAL-Auflösung liefert 768 × 576 Pixel, bei HD-Inhalten sind es schon mehr als doppelt so viele Bildpunkte und bei Full HD fast die fünffache Anzahl. Im Endeffekt entscheidet aber natürlich der persönliche Eindruck.

Steht im Haushalt bereits ein neuerer PC und der Röhrenfernseher wurde in Rente geschickt, ist man schon ab 100 Euro für ein Blu-ray-Laufwerk und ein HDMI- beziehungsweise DVI-Kabel oder einen Player dabei, weiter hoch geht es natürlich immer. Wer noch nicht überzeugt ist, sollte mit dem Kauf eines Blu-ray-Laufwerks oder -Players warten und sich zunächst einige der bereits erwähnten HD-Videos auf seinem Fernseher anschauen.

Fest steht auf jeden Fall: Wer einmal ein Blu-ray-Laufwerk im Zusammenspiel mit einem HD-tauglichen Fernseher sowie einer 5.1/7.1-Surround-Anlage erlebt hat, wird der guten alten DVD keine Träne nachweinen.
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