Im August 2000 standen in einer ersten Auktionsrunde für den deutschen
Markt zwölf Frequenzblöcke mit 2 x 5 MHz zur Versteigerung, von denen
mindestens zwei und höchstens drei Blöcke ersteigert werden konnten.
Rechnerisch waren somit zwischen vier und sechs UMTS-Lizenzen
möglich.
In einer zweiten Auktionsrunde wurden fünf weitere Frequenzblöcke à 5
MHz versteigert. Die Kritik der Netzbetreiber bestand darin, dass
unabhängig von der Anzahl der Lizenzen die Bandbreite der
versteigerten Frequenzen auf lange Sicht nicht ausreichen werde, um
tatsächlich Multimedianwendungen anbieten zu können. Der Präsident der
Regulierungsbehörde, Klaus-Dieter Scheuerle, stellte aber in Aussicht,
dass zu einem späteren Zeitpunkt weitere Frequenzen unter den Hammer
kommen.
Das Mindestangebot für eine Lizenz betrug 200 Millionen Mark. Gezahlt
wurden letztlich von jedem Lizenznehmer ca. 16,5 Milliarden Mark. Der
Gesamterlös der Versteigerung betrug knapp 100 Milliarden Mark und
wurde von der Bundesrepublik Deutschland zur Schuldtilgung verwendet.
Sechs Lizenzen wurden mit dieser Auktion vergeben. Als siebter Bieter
war debitel angetreten, ist aber frühzeitig wieder
ausgestiegen.
Die Bieter saßen in getrennten Räumen im Mainzer Gebäude der
Regulierungsbehörde und mussten ihre Gebote innerhalb von 40 Minuten
per Computer abgeben. Telefonisch konnten die Bieter nur den
Auktionator und die Geschäftsführung des eigenen Unternehmens
erreichen. Ab der zweiten Runde wurde den Bietern das jeweils höchste
Gebot der letzten Runde genannt sowie der Name des Bieters. Wenn zwei
Gebote gleich gelautet haben, wurde dasjenige genannt, das zuerst
eingegangen war und bestätigt wurde. Bei Absprachen zwischen zwei
Bietern waren Konventionalstrafen in Höhe des letzten Gebotes
angedroht.