Eines der Ziele von UMTS ist es, mit dem gleichen Handy weltweit telefonieren zu können. Das jedenfalls wünscht sich die
International Telecommunication Union, die mit dem Standard IMT-200 die Grundlagen für UMTS gelegt hat. Die einst begehrten UMTS-Frequenzen liegen zwischen 1.900 und 2.200 Mega-Hertz. Um genau zu sein: Im Bereich 1.920-1.980 für den Downlink, also den Transfer von Daten auf das Gerät, und 2.110-2.170 MHz im Uplink, also vom Gerät abgehenden Daten. Da aber nicht alle Länder diese Frequenzen freigeben können, wird man auf Multibandgeräte jedoch nicht ganz verzichten können.
Hohe Übertragungsraten
Das zweite große Ziel war natürlich die Ermöglichung hoher Übertragungsraten auf mobilen Endgeräten. Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde lassen sich die Dateien über UMTS durch den Äther jagen. Allerdings realisieren nicht alle Netzbetreiber die mögliche Spitzengeschwindigkeit.
Paketorientiert
Die Datenübertragung via UMTS erfolgt paketorientiert. Das heißt, es wird nicht wie bei der herkömmlichen telefonischen Datenübertragung eine eigene Leitung zwischen Sender und Empfänger hergestellt, durch die die beiden – und nur diese beiden – ihre Daten schicken. Paketorientiert heißt, dass die Daten in kleine Pakete aufgeteilt werden, die alle Benutzer auf der gleichen Frequenz versenden. Alle Datenpakete, die zusammengehören, bekommen eine gemeinsame Codierung, wodurch das Endgerät des Empfängers sie wieder fehlerfrei zusammensezten kann. Man kann sich das ein bisschen so vorstellen wie eine Fahrzeugkolonne auf der Autobahn, bei der die zusammengehörenden Wagen mit einer Fahne markiert sind. Auf dieses Weise funktioniert auch die Voice-over-IP (VoIP)-Telefonie im Internet.
Atmende Zellen
Ein großer Vorteil des UMTS-Netzes gegenüber seinen Vorgängern ist die Flexibilität des Netzes hinsichtlich seiner maximalen Auslastung. Das herkömmliche GSM-Netz ist in fest definierte Funkzellen aufgeteilt, in denen nur eine begrenzte Anzahl von Leitungen zur Verfügung steht. In Spitzenzeiten – also wenn viele Menschen in einer Zelle das Netz nutzen wollen, kann es zu Engpässen kommen, wie zum Beispiel Silvester um Mitternacht oder im Stau. Hier heißt es: Wer zuerst kommt, hat zuerst eine Leitung. Ein Problem, das es so bei UMTS nicht gibt. Da bei der neuen Technik alle Nutzer ihre Datenpakete durch die selbe Leitung schicken, kommt jeder dran. Die Frage ist nur, wie schnell es vorwärts geht. Ähnlich wie auf einer Straße läuft der Verkehr mal schneller und mal langsamer – je nach Auslastung. Bei UMTS wirkt sich die Auslastung also auf die jedem einzelnen Nutzer zur Verfügung stehende Netz-Kapaziät aus. Das zeigt sich in Übertragungsrate und Intensität des empfangenen Signals. Je weniger im Netz los ist, desto schneller werden die Daten übertragen, und desto weiter kann sich der Nutzer vom Sendemast entfernen. Die Funk-Zellen werden also scheinbar kleiner. Man bezeichnet UMTS daher auch als "atmendes" Netz. Da sich als alle Teilnehmer in einer Funkzelle die vorhandene Bandbreite teilen, wird sich die erreichbare Übertragungsrate für
mobiles Internet weit unterhalb der Spitzengeschwindigkeit einpendeln.
GSM bleibt vorerst bestehen
Wer noch kein UMTS-Gerät hat, braucht sich derzeit allerdings keine Sorgen zu machen. Da die Technik noch nicht so weit fortgeschritten ist, wird das GSM-Netz vorerst in Betrieb bleiben. Die derzeit erhältlichen Endgeräte – PC-Karten und Handys – können in der Regel beide Standards, damit der UMTS-Nutzer nicht plötzlich völlig ohne Empfang dasteht, wenn er in ein Gebiet kommt, in dem das neue Netz noch nicht ausgebaut ist. Wer bei UMTS dabei sein will, findet mittlerweile eine breite Auswahl an entsprechenden Geräten.