Smartphone im Urlaub nutzen

Mobilfunk: Handy-Roaming in der EU - das ist der aktuelle Stand 2016

Die Roaming-Gebühren innerhalb der EU sind deutlich gesunken, ab Juni 2017 sollen ohnehin keine Zuschläge mehr erhoben werden. Dennoch sollte man die aktuellen Konditionen seines Mobilfunkanbieters für das Ausland kennen.

Handy Urlaub© Antonioguillem / Fotolia.com

Berlin - Roaming lautet das Angstwort vieler Handynutzer auf Reisen. Doch die Zeiten, als die Anbieter sich bei den Gebühren für mobiles Telefonieren im Ausland frei bedienen konnten, sind innerhalb der EU längst vorbei. Denn hier gilt der sogenannte Eurotarif, zumindest solange Nutzer und Anbieter nichts anderes vereinbart haben.

Das sollte man rund ums EU-Roaming wissen:

Telefonieren in der EU bis 29. April: Aktuell gilt noch der Höchstpreis für einen abgehenden Handyanruf von rund 23 Cent pro Minute (Preise inklusive Mehrwertsteuer und gerundet). Wer angerufen wird, zahlt höchstens etwa 6 Cent. Der Maximalpreis für eine SMS liegt bei rund 7 Cent, der Höchstpreis für ein Megabyte (MB) Daten bei ungefähr 24 Cent.

Telefonieren in der EU ab 30. April: Die Regelung geht weg von Höchstpreisen, hin zu maximalen Aufschlägen, die die Anbieter zusätzlich zu den für den Kunden im Inland geltenden Preisen kassieren dürfen. Diese betragen 6 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 2 Cent für eine SMS und 6 Cent für ein MB Daten. Bei angenommenen Gesprächen liegt der Aufschlag bei 1,4 Cent. Bei abgehenden Telefonaten darf der Anbieter die ersten 30 Sekunden pauschal berechnen. Nach Ablauf der ersten 30 Sekunden muss eine sekundengenaue Taktung erfolgen. Ankommende Anrufe müssen immer sekundengenau abgerechnet werden.

Verzicht auf Roaming-Gebühren: Im Frühjahr 2014 startete E-Plus (heute Telefónica/O2) mit Prepaid-Marken wie Aldi Talk und Simyo den Verzicht auf Extragebühren, ein knappes Jahr später folgte etwa Lidl Mobile (heute Fonic Mobile beziehungsweise Lidl Connect). Alle genannten Anbieter verlangen die gleichen Minutenpreise wie beim Telefonieren in Deutschland, hinzugebuchte Tarif-Optionen gelten aber nicht europaweit. Die Telekom will nun neue Verträge ohne Roaming-Gebühren ab dem 19. April vermarkten, Vodafone bietet Neukunden und Vertragsverlängerern ab dem 14. April solche Tarife an.

Inklusivtarife: Bei neueren Handytarifen sind seit ungefähr zwei Jahren oft auch schon Telefonminuten und Datenvolumen zur Nutzung in EU-Mitgliedsstaaten enthalten.

EU-Tarifoptionen: Provider dürfen auch Tarifoptionen für EU-Länder anbieten. Wenn man diese gebucht hat, gelten die Preisobergrenzen beziehungsweise die Maximalzuschläge des Eurotarifs nicht mehr. Ob sich so eine Option rechnet, hängt vom persönlichen Telefonie- und Surfverhalten im Ausland ab. Vor einer Reise sollte man fragen, welcher Tarif eingestellt ist. Eine Änderung ist jederzeit möglich und darf nichts kosten.

Geltungsbereich des Eurotarifs: Ob und welche Länder der Mobilfunkanbieter neben den 28 EU-Mitgliedsländern noch zum Eurotarif anbietet, steht in der Preisliste. Etwa die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen oder Island können darunter sein, müssen es aber nicht.

Marcel Petritz / Quelle: DPA

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