Was ist Push to Talk?
Viele dürften es noch von den Dickie-Funkgeräten aus ihrer Kindheit kennen: Man drückt auf einen Knopf und spricht in das Walkie-Talkie und der, der das andere Gerät hat, kann einen hören. Wie bei professionellen Funkgeräten eben auch. Der Vorteil am Funken gegenüber dem normalen Handy-Netz besteht darin, dass eine beliebige Zahl an Teilnehmern das Gespräch halten können. Bei Handys hingegen war bis dato bestenfalls eine teure Dreierkonferenz wie bei ISDN möglich.
Push to Talk (PTT) ist eine Technologie, die es ermöglicht, das Handy wie ein Walkie-Talkie zu nutzen. Einfach auf einen Knopf drücken und eine vorher definierte Empfängerschaft kann den Weisheiten aus Usermunde lauschen. Alles, was man braucht, sind mindestens zwei Push to Talk-fähige Handys.
Wie funktioniert Push to Talk?
Gegenüber dem klassischen Sprechfunk hat Push to Talk, im Folgenden kurz "PTT" genannt, den Vorteil, dass es einerseits Full Duplex ist, also gleichzeitig gesprochen und zugehört werden kann. Andererseits ist es nicht auf die physikalische Übertragungsreichweite von Funkwellen beschränkt wie das klassische Walkie-Talkie.
Das liegt daran, dass PTT zwar mit ähnlichen Funktionen wie Sprechfunk aufwartet, technisch aber ganz anders realisiert wurde. Bei PTT handelt es sich nämlich um eine Voice-over-IP-Verbindung, die via GPRS ermöglicht wird.
Ein PTT-Gespräch funktioniert also wie folgt: Der Sprecher drückt auf den Sendeknopf und spricht in das Handy. Dieses zerlegt die Gesprächsdaten in Binärcode, komprimiert sie und verschickt die Sprache über eine GPRS-Verbindung. Das Handy des Gesprächpartners setzt die Binärpakete weder zusammen, dekomprimiert sie und gibt am anderen Ende die Sprache wieder aus. Die Verzögerung für diesen Vorgang ist unerheblich und wird vom Nutzer nicht wahrgenommen.
Weltweit Funken mit Push to Talk
Grundsätzlich benötigt man für eine PTT-Verbindung also nichts weiter, als in Reichweite eines GPRS-Netzes zu sein. Dadurch ist es natürlich auch, anders als beim klassischen Sprechfunk, möglich, PTT-Gespräche über hunderte von Kilometern hinweg zu führen. Gegenüber einem normalen Handy-Anruf ist natürlich vorteilhaft, dass mehrere Leute auf einen Schlag informiert werden können.
Der Preis der Freude
Kostengünstig ist PTT obendrein, allerdings abhängig vom gebuchten GPRS-Volumen. Eine Datenverbindung über GPRS wird in 10KB-Blöcken abgerechnet. Zwar können reine Sprachdaten wesentlich höher komprimiert werden als zum Beispiel Musik. Dennoch bleibt ein nicht unerhebliches Datenvolumen, das gezahlt werden muss, von der Bandbreitenbelastung einmal abgesehen. So wird PTT erst den endgültigen Durchbruch in Europa schaffen, wenn sich breitbandige Systeme wie UMTS durchgesetzt haben und entsprechend günstig zu haben sind.