Mobilfunknetze
Antenne© Ezio Gutzemberg / Fotolia.com

Der Weg eines Gesprächs durch Mobilfunknetz

Mobil telefonieren: immer und überall erreichbar sein. Damit das klappt ist nicht nur ein Mobilfunktarif bei einem bestimmten Netzanbieter nötig, sondern auch einiges an Technik. Wie Mobilfunknetze aufgebaut sind und wie sie funktionieren!

Legt man sich ein neues Smartphone zu und entscheidet sich für einen bestimmten Tarif, so entscheidet man sich auch für eins der deutschen Mobilfunknetze. Zur Wahl stehen die Netzanbieter Telekom, Vodafone und Telefónica. Ursprünglich waren die Netze von O2 und E-Plus voneinander unabhängig, werden jedoch seit der Übernahme von E-Plus durch Telefónica nach und nach zusammengeschaltet.

D-Netze und E-Netze

In Deutschland gibt es damit das sogenannte D-Netz, welches von der Telekom und Vodafone gestellt wird und das E-Netz, welches durch O2 und E-Plus abgedeckt wird. Die Netze unterscheiden sich primär in den unterschiedlichen Funkfrequenzen und funken im GSM-Standard. Aber auch der mobile Internetzugang wird über Mobilfunk realisiert, über die Funktechnik UMTS, deren Erweiterung HSPA oder LTE. Andere Tarifanbieter haben übrigens keine eigenen Mobilfunknetze, sondern mieten sich bei den Netzanbietern Kapazitäten, die wiederum an die Kunden weitergegeben werden.

Wo unsere Mobilfunknetze herkommen

Was bedeutet überhaupt D-Netz? D steht für eine die Generation des Mobilfunkes. Im Jahr 1958 hat alles mit dem analogen A-Netz begonnen, welches von der Post eingeführt wurde. 1971 wurde das B-Netz eingeführt, weil das A-Netz an seine Kapazitätsgrenzen stieß. Das Problem der beiden Netze: Die angerufene Person durfte sich nicht aus dem Funkraum einer gewissen Station herausbewegen und der Anrufer musste wissen, bei welcher Funkstation sich der Angerufene aufhielt, um eine entsprechende Vorwahl zu wählen. 1985 kam das C-Netz, welches grundsätzlich bereits so wie unser heutiges D-Netz funktionierte, welches 1991 startete. Das analoge C-Netz wurde schließlich mit Beginn des neuen Jahrtausends eingestellt.

Auch Mobilfunknetze nutzen Kabel

Um die Erreichbarkeit eines mobilen Gerätes immer und überall gewährleisten zu können, findet man deutschlandweit Sendemasten. Soll ein Gespräch aufgebaut werden, verbindet sich das Handy via Funk mit dem nächsten verfügbarem Sendemast. Von diesem aus geht das Telefonsignal kabelgebunden weiter, ganz wie auch bei einem Festnetzgespräch. Ruft man eine Festnetznummer an, kann das Telefonat bis zum Ende via Kabel zugestellt werden. Ist es eine Handynummer, wird die letzte Distanz wieder via Funk übertragen.

So kommt man am richtigen Ende raus

Gespräche zwischen zwei Handys kommen auf ihrem Weg durchs Netz an den Mobile Switching Centers (MSC), den Vermittlungsstellen der Mobilfunknetze, nicht vorbei. Jedes MSC hält über die Base Station Controller (BSC) Kontakt mit den Basisstationen (BTS) seines Bereiches.

Das MSC steht aber nun vor einigen Problemen: Wer ist das, der gerne weitergeleitet werden möchte? Darf er überhaupt in diesem Netz mobil telefonieren? Und zu welchem MSC muss das Gespräch weitergeleitet werden? Wo befindet sich das Handy, das erreicht werden soll?

Wer weitergeleitet werden möchte, sagt das Home Location Register (HLR) dem MSC. Dies ist eine Datenbank, die alle Benutzerdaten wie Name, MSISDN (internationale Rufnummer), IMSI (internationale Teilnehmerkennung), Dienste, Service Provider enthält und einem beliebigen MSC angeschlossen ist.

Besuch in fremden Mobilfunknetzen

Wenn Sie sich aber nicht in der Reichweite des MSC aufhalten, das Ihre Daten verwaltet, müssen diese aus dem für Sie zuständigen HLR abgerufen werden. Eine Kopie Ihrer Daten wird im Visitor Location Register (VLR) zwischengespeichert, so lange Sie sich im Bereich dieses fremden MSC aufhalten. Ihr HLR weiß dann auch, welches VLR gerade Ihre Daten verwaltet, um Ihnen bei Bedarf ein Gespräch zustellen zu können.

Auf diese Weise kommunizieren alle GSM-Netze im Inland und Ausland miteinander. Wenn Sie sich zum Beispiel in England aufhalten, werden vom dortigen MSC die Daten aus Ihrem HLR in Deutschland in das eigene VLR kopiert. Die MSC sind also nicht nur die Vermittlungsstellen innerhalb eines Mobilfunknetzes, sondern auch Schnittstellen zu anderen Mobilfunknetzen und zum Festnetz. Hier werden auch alle abrechnungsrelevanten Daten erfasst.

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