Long Term Evolution – kurz LTE - heißt der neue Stern am Mobilfunk-Himmel. Noch befindet sich das deutsche LTE-Netz allerdings im Aufbau. Mit o2, Telekom und Vodafone arbeiten derzeit drei der vier deutschen Netzbetreiber intensiv an der Herstellung flächendeckender LTE-Verfügbarkeit. Einzig E-Plus muss beim Thema LTE-Netzausbau im 800-Megahertz-Frequenzbereich mangels der notwendigen LTE-Lizenzen außen vor bleiben.
Das LTE-Netz auf dem Land hat Vorrang
Der Ausbau des LTE-Netzes ist an bestimmte Vorgaben der Bundesnetzagentur gebunden. Oberste Priorität beim LTE-Netzausbau haben dabei Regionen, die bislang ohne Breitbandinternet auskommen mussten. Für die LTE-Versorgung dieser Gebiete besonders geeignet sind LTE-Frequenzen im 800-Megahertz-Band. LTE 800 ermöglicht Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 50 Megabit pro Sekunde (Mbit/s); wie bei UMTS teilen sich allerdings alle Nutzer einer Funkzelle die maximal verfügbare LTE-Geschwindigkeit. Realistischer sind daher eher Datenraten im einstelligen Megabit-Bereich: Deutsche Telekom und Vodafone führen bei hoher Netzauslastung in ländlichen Regionen knapp 3 Mbit/s als allgemeinen Richtwert an.
LTE-Sendemast in Kyritz / Brandenburg.
Bild: Telekom
Sobald die sogenannten "weißen Flecken" durch den Ausbau der LTE-Netze beseitigt sind, werden auch die Ballungsgebiete mit LTE-Technologie ausgerüstet. Innerhalb von Städten kommen dafür vor allem Frequenzen im Bereich von 2,6 Gigahertz (GHz) zum Einsatz, die theoretisch Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s erreichen sollen. Allerdings gilt auch dieser Wert jeweils pro LTE-Funkzelle und unter Idealbedingungen. Wie schnell LTE tatsächlich in der Praxis sein wird, muss sich noch zeigen.
Flächendeckendes LTE-Netz für 2013 erwartet
Voraussichtlich 2013 wird in Deutschland ein nahezu flächendeckendes LTE-Netz zur Verfügung stehen. Anders als bei LTE-Vorgänger UMTS, der nach der Lizenzvergabe erst Jahre später tatsächlich Marktreife erlangte, geht der wesentlich kostengünstigere LTE-Ausbau zügig voran. Die LTE-Netzbetreiber o2, Telekom und Vodafone haben sich dabei zum Ziel gesetzt, bis Ende 2011 bereits an tausenden Standorten in Deutschland eigene LTE-Tarife anzubieten.
Ein Wermutstropfen bleibt allerdings: Nach derzeitigem Stand ist das LTE-Netz zwar in Sachen Geschwindigkeit mit DSL, Glasfaser oder Kabel durchaus vergleichbar; die ersten LTE-Angebote erinnern hingegen eher an mobiles Internet per UMTS-Verbindung. Grund: Eine "echte" LTE-Flatrate ohne volumenabhängige Drosselung bleibt - zumindest vorerst - Wunschdenken. So ist zu hoffen, dass mit steigender LTE-Verfügbarkeit auch die Bereitschaft der Netzbetreiber zunimmt, diese UMTS-Altlast abzuschütteln.