Neben schnelleren Datenraten sorgt HSDPA auch dafür, dass alle Nutzer, die gleichzeitig auf eine UMTS-Zelle zugreifen, besser organisiert werden. Das bedeutet, dass künftig mehr Teilnehmer gleichzeitig mit hohen Datenraten online gehen können. Mehr Tempo gibt es auch bei den so genannten Roundtrip-Zeiten, die für schnelle Antwortzeiten von Servern wesentlich sind. Waren bei UMTS-Verbindungen 400 Millisekunden üblich, sollen es bei HSDPA-Verbindungen nach Angaben der Netzbetreiber nur noch 100 Millisekunden sein.
Neue HSDPA-Technik
Netzbetreiber, die HSDPA einführen möchten, müssen ihre modernsten Basisstationen mit neuer Software und ältere Modelle mit zusätzlicher Hardware in Form von Steckkarten ausstatten. Der Hardwareaustausch ist meist ohne Probleme möglich, da die vorhandene Technik für derartige Erweiterungen bereits ausgelegt ist. Software-Updates werden häufig nachts durchgeführt, so dass der Mobilfunkkunde hiervon nichts mitbekommt.
Für den Endkunden ändert sich mit der HSDPA-Einführung kaum etwas. Voraussetzung zur Nutzung des Datenturbos ist allerdings, dass die Notebook-Karte oder das Handy HSDPA-fähig ist. Entsprechend vorkonfigurierte UMTS-Notebookkarten sind im Handel erhältlich; sie können per Software-Update, das der Nutzer selbst durchführen kann, auf HSDPA-Standard gebracht werden. Zahlreiche HSDPA-Handys sind ebenfalls bereits erhältlich, meist aber noch recht teuer.
Noch schneller: LTE
Auch wenn die Mobilfunkbranche derzeit HSDPA feiert, ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. 2010 ist mit der Einführung eines weiteren Standards zu rechnen, der LTE (Long Term Evolution) getauft wurde. In den Köpfen der Entwickler geistert die Idee, Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit/s im Downstream zu ermöglichen. In der umgekehrten Richtung, also vom Endgerät zur Basisstation im Uplink, sollen bis zu 50 Mbit/s realisiert werden.
Mit LTE wird die UMTS-Evolution, die mit den Einführungen von HSDPA und HSUPA begannen, konsequent weitergeführt. Sicher ist, dass im UMTS-Standard mit seinen Datenbeschleunigern viel Potenzial schlummert, das es auszuschöpfen gilt, bevor etwa im Jahr 2014 die vierte Mobilfunkgeneration (4G) eingeführt werden soll.